LaserSETI nimmt erste Beobachtungsstation in Asien in Betrieb

Geschrieben am 06.11.2026
von Andreas Müller

AlUla Manara (Saudi-Arabien) – Mit zwei neuen Beobachtungseinheiten im Nordwesten Saudi-Arabiens haben Astronomen die erste „LaserSETI“-Station in Asien in Betrieb genommen, um nach optischen Signalen außerirdischer Technologien zu fahnden.

Die beiden LaserSETI-Instrumenten am saudischen Standort Manara.Copyright/Quelle: SETI Institute
Die beiden LaserSETI-Instrumenten am saudischen Standort Manara.
Copyright/Quelle: SETI Institute

Wie das kalifornische SETI Institute gemeinsam mit der saudischen Königlichen Kommission für die AlUla-Region (RCU) berichten, ist der neue Standort AlUla Manara damit der erste Beobachtungsplatz des globalen LaserSETI-Netzwerks in Asien und zugleich dessen fünfter Standort weltweit.

Globales Netzwerk zur Suche nach Lichtblitzen

Die beiden Stationen ergänzen die bisherigen LaserSETI-Standorte in Kalifornien, Hawaii, Arizona und Puerto Rico. Mit der neuen Station in Saudi-Arabien erweitert das Projekt seine geografische Abdeckung auf einen bislang nicht erschlossenen Teil der Erde.

LaserSETI wurde vom SETI Institute als globales Beobachtungsnetzwerk konzipiert, das möglichst große Bereiche des Nachthimmels dauerhaft überwachen soll. Im Unterschied zu vielen herkömmlichen Teleskopen, die jeweils einzelne Himmelsobjekte oder begrenzte Himmelsausschnitte ins Visier nehmen, arbeiten die LaserSETI-Instrumente mit Weitwinkelkameras und Beugungsgittern. Damit können sie große Himmelsbereiche gleichzeitig erfassen und nach sehr kurzen Lichtblitzen suchen.

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Solche Signale könnten von kurzlebigen kosmischen Ereignissen oder bislang ungewöhnlichen astronomischen Phänomenen stammen. Darüber hinaus soll das System auch nach möglichen Hinweisen auf technische Aktivitäten außerhalb der Erde suchen. Dazu zählen unter anderem Lichtsignale, die durch außerirdische Lasertechnologien erzeugt werden könnten.

Die kontinuierliche Beobachtung ist dabei ein wesentlicher Vorteil: Kurzzeitige Ereignisse können leicht übersehen werden, wenn ein Teleskop gerade einen anderen Himmelsbereich untersucht oder eine Beobachtungspause einlegt. Durch die Verteilung der Instrumente auf verschiedene Kontinente und Regionen lässt sich nicht nur ein größerer Teil des Himmels erfassen. Auffällige Ereignisse können zudem mit Beobachtungen anderer Stationen verglichen werden.

AlUla als neuer astronomischer Beobachtungsstandort

Der Standort AlUla bietet dem Projekt nach Angaben der Beteiligten sowohl geografische als auch natürliche Vorteile. Die Region verfügt über geschützte, besonders dunkle Nachthimmel, die günstige Bedingungen für die Beobachtung lichtschwacher optischer Phänomene bieten. Zugleich erweitere die Lage in Saudi-Arabien die globale Abdeckung des Netzwerks um einen wichtigen geografischen Bereich, erläutern die SETI-Astronomen.

„LaserSETI wurde von Anfang an als globales Observatorium und nicht als einzelnes Teleskop konzipiert“, erklärt Eliot Gillum, Direktor des LaserSETI-Projekts am SETI Institute. Jeder zusätzliche Standort verbessere die Möglichkeit, den Himmel kontinuierlich zu überwachen und ungewöhnliche Ereignisse mit Beobachtungen aus anderen Teilen der Welt abzugleichen.

Dreijährige Zusammenarbeit geplant

Die neuen Stationen sind Teil einer im August 2024 angekündigten Partnerschaft zwischen dem SETI Institute und der Königlichen Kommission für AlUla. Die Vereinbarung umfasst die Förderung astronomischer Forschung, technologischer Entwicklungen, Bildungsangebote und öffentlicher Beteiligung. Dazu gehört auch der Ausbau des AlUla-Manara-Observatoriums.

Das SETI Institute wird die beiden LaserSETI-Stationen gemeinsam mit der RCU zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren betreiben und warten. Die in AlUla erhobenen Daten fließen in das globale Netzwerk ein und sollen mit den Beobachtungen der anderen Standorte verglichen und wissenschaftlich ausgewertet werden.

Zudem arbeiten die Partner daran, die Datenausgaben der Stationen für künftige Analysen, Forschungsprojekte und die Wissenschaftskommunikation anzupassen. Geplant sind auch gemeinsame wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

In der nächsten Projektphase stehen zunächst die Auswertung der gesammelten Beobachtungsdaten und der Aufbau weiterer internationaler Forschungspartnerschaften im Mittelpunkt. Zugleich soll das Projekt dazu beitragen, die Qualität des Nachthimmels über AlUla wissenschaftlich zu dokumentieren und den Standort als Zentrum für astronomische Forschung, Bildung und internationale Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.

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Recherchequelle: SETI Institute

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