UFO-Forschungsrat findet weitere Vögel in Trumps UFO-Akten

Geschrieben am 19.10.2026
von Andreas Müller

Washington (USA) – Auch der von der Trump-Regierung selbst eingesetzte Forschungsrat hat bislang noch keine klassifizierten Daten der vom Pentagon veröffentlichten UFO‑Videos erhalten. In Ermangelung dieser Daten nutzen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen derweil für ihre Analysen indirekt ablesbare Merkmale der gefilmten Objekte – und finden weitere natürliche Erklärungen für sechs weitere vermeintliche UFOs.

Analyse eines hellen Objekts über dem Wasser im PURSUE-Video „DOW-UAP-PR41“ pulsiert mit einer Frequenz von 6,43 Mal pro Sekunde (Hz).Copyright/Quelle: J. Haqq-Misra et al. 2026, ArXiv.org
Analyse eines hellen Objekts über dem Wasser im PURSUE-Video „DOW-UAP-PR41“ pulsiert mit einer Frequenz von 6,43 Mal pro Sekunde (Hz).
Copyright/Quelle: J. Haqq-Misra et al. 2026, ArXiv.org

Schon zuvor hatte das Team um den Astronomen Jacob Haqq-Misra vom Blue Marble Space Institute, den NASA-Wissenschaftler Ravi Kopparapu, den US-Skeptiker Michael Shermer, sowie Richard Cloete, Omer Eldadi und Avi Loeb vom Galileo Project an der Harvard University in einem vorab via ArXiv.org veröffentlichten Artikel ein Video aus den aktuellen UFO-Akten-Veröffentlichungen im Rahmen des PURSUE-Systems als fehlinterpretierten Formationsflug eines Vogelschwarms entlarvt (…GreWi berichtete).

Problematische UFO-Videos PURSUE-Akten

Seit Mai 2026 veröffentlicht das US-Kriegsministerium (Dept. of War, DOW) im Rahmen des von Trump angewiesenen „Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters“ (PURSUE) tranchenweise historische Akten gemeinsam mit neuen offiziellen militärischen Videoaufnahmen zu unidentifizierten Flugobjekten und anomalen Phänomenen (UFOs / UAPs).

Allerdings wurden in allen diesen Videos die für eine unabhängige wissenschaftliche Analyse notwendigen Metadaten zu den abgebildeten Objekten zensiert: Schwarze Balken verbergen unter anderem die Angaben zur genauen Position und Sichtungszeit, sowie zu Flughöhe, Geschwindigkeit oder Distanz sowohl der filmenden Aufklärungsplattform als auch zu dem gefilmten Objekt. Ohne diese Angaben ist es unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern jedoch nur schwer bis gar nicht möglich, durch direkte Analysen bekannte natürliche, astronomische oder technologische Objekte von exotischen oder gar außerirdischen Objekten, also UFOs und UAPs im engeren Sinn, zu unterscheiden.

Der „UAP Scientific Advisory Council“ (UAPSAC) besteht aus 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher US-Forschungsinstitutionen.

UFOs als Vögel identifiziert

Nachdem die Wissenschaftler zunächst sechs Objekte, in einem Infrarot-Video (DOW-UAP-PR135), das 2025 im Nahen Osten von einer US-Aufklärungsplattform aufgenommen wurde, als Vogel-Formation identifizieren konnten, haben die Forscher die dieser Interpretation zugrundeliegenden Merkmale in mittlerweile neun weiteren PURSUE-Videos nachgewiesen.

Die Forscher sind zuversichtlich, anhand von veränderlichen Helligkeitsschwankungen der Objekte in den untersuchten Videos die charakteristische Flügelschlag-Frequenz jeweils lokaler Vogelarten identifiziert zu haben. Entsprechend hat das Team um Haqq-Misra den ursprünglichen ArXiv-Artikel mit den neuen Daten aktualisiert.

Folgt man der Argumentation der UAPSAC-Forscher, so weisen auch die mutmaßlichen UFOs in den folgenden PRUSUE-Videos auf: DOW-UAP-PR135, DOW-UAP-PR041 (Middle East, 2020 – siehe Titelabb.), DOW-UAP-PR044 (Middle East, 2020), DOW-UAP-PR077 (November 2020), DOW-UAP-PR079 (29 Oct 2020), DOW-UAP-PR085 (16 Sept 2020), DOW-UAP-PR088 (31 Aug), DOW-UAP-PR097 (Hi-Res: [CALLSIGN] Observes UAP on 25SEP19 at 2135Z), DOW-UAP-PR099 (Hi-Res: [CALLSIGN] Observes UAP on 25SEP19 at 1715Z), DOW-UAP-PR141 (Middle East, 2022). Der Anteil der somit als Vögel identifizierten UFOs in Trumps UFO-Akten betrage damit bereits 8%, so Haqq-Misra via X.

Kritik des UFO-Forschungsrats

Einhergehend mit dem Update des Forschungsartikels bemängeln prominente Mitglieder des UFO-Forschungsrats, dass auch sie bislang keinerlei Zugriff auf die zensierten Daten der PURSUE-Videos erhalten zu haben.

Zu Gast im neuen Bigelow Podcast des US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtunternehmers und US‑amerikanischen Unternehmers und Milliardärs Robert Bigelow, zeigte sich etwa der für sein UFO-Interesse bekannte Stanford-Immunologe Dr. Garry Nolan über die bisherigen Informationen des UAPSAC durch die US-Regierung enttäuscht. Zunächst stellte Nolan aber auch klar, dass der Rat nicht vom Weißen Haus selbst, sondern vom Büro des Direktors der US-Geheimdienste (Office of the Director of National Intelligence, ODNI) eingesetzt worden sei:

„Wir haben also keine Vorladungsbefugnis. Wir können nur Fragen stellen. Welche Daten auch immer sie uns möglicherweise zur Verfügung stellen könnten. Bisher hat man uns noch keinerlei Daten gegeben. Und damit bin ich nicht zufrieden. Wir bekommen noch nicht einmal die Videos zu sehen, bevor diese veröffentlicht werden.“ Mittlerweile würden er und seine Kolleginnen und Kollegen im Forschungsrat ungeduldig und nicht nur er befürchte, dass einige Mitglieder deshalb auch den Forschungsrat verlassen könnten.

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Zugleich zeigt sich Nolan aber auch zuversichtlich und erklärte:

„Wir durchlaufen das Verfahren, um die erforderlichen Genehmigungen dafür zu erhalten. Und ob Sie das glauben oder nicht: Selbst die Behörden, von denen man vielleicht denken könnte, dass sie dabei Probleme machen – etwa Geheimdienste wie die NSA oder die CIA –, versuchen tatsächlich zu helfen. Zumindest die Verantwortlichen dort bemühen sich darum. (…) Wir haben diese Geheimdienste bisher eher als Gegenspieler betrachtet. Doch zumindest sagen sie jetzt die richtigen Dinge und scheinen sich tatsächlich zu bemühen.“ Allerdings gebe es gerade auch in diesen Behörden auch Personen, „die versuchen, das Ganze zu verhindern“. Die Verantwortlichen an der Spitze der Trump-Administration würden sich hingegen sichtlich bemühen.

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Recherchequelle: ArXiv.org, Bigelow Podcast, eigene Recherchen GreWi

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