„Out of the Shadows“: Direktor der US-UFO-Task Force veröffentlicht Memoiren

Geschrieben am 14.10.2026
von Andreas Müller

Washington (USA) – Von August 2020 bis November 2021 untersuchte die „UAP Task Force“ (UAPTF) Sichtungen unidentifizierter Flugobjekte und anomaler Phänomene (UFOs/UAPs) für das US‑Verteidigungsministerium. Der Direktor dieser Task Force, Jay Stratton, hat nun seine Memoiren veröffentlicht und enthüllt darin laut eigenen Angaben so viele UFO‑Geheimnisse, wie er nur könne, ohne damit gegen Gesetze und Geheimhaltungspflichten zu verstoßen.

Jay Stratton, Autor des neuen buches „Out of the Shadows“.Copyright: navi.mil / William Morrow
Jay Stratton, Autor des neuen buches „Out of the Shadows“.
Copyright: navi.mil / William Morrow

Die Gründung der UAPTF im August 2020 war die Folge von Enthüllungen eines geheimen UFO-Untersuchungsprogramms des Pentagon (AATIP) und der Veröffentlichung letztlich dreier Navy-UFO-Videos u. a. durch die New York Times im Dezember 2017 (…GreWi berichtete). In der Folge bestätigte das Pentagon nicht nur die Authentizität der Videos (…GreWi berichtete 1, 2) sondern Ende Juli 2020 auch, dass man eine neue UFO-Untersuchungseinheit zusammenstelle (…GreWi berichtete).

Während zunächst die Personalien dieser Einheit nicht öffentlich gemacht wurden, stellte sich später heraus, dass es sich bei dem Direktor der UAPTF um den ehemaligen US-Militärgeheimdienstler Jay Stratton handelte.

UFOs, UAPs und Aliens im Schatten

In einem aktuellen, zeitgleich zum Buch “Out of the Shadows” erschienenen Exklusiv-Interview mit dem US-amerikanischen People-Magazin erinnert sich Stratton daran, wie er im Herbst 2005 erstmals mit UFOs bzw. UAPs in Kontakt kam – ein Ereignis, das sein Leben verändert habe:

Ein Kollege habe den Aufklärungsexperten damals gebeten, sich ein merkwürdiges geheimes Video anzusehen, das von Sicherheitsbeamten einer der sensibelsten und geheimsten nuklearen Abschussanlagen der USA aufgenommen worden sein soll.

„Ich kann dieses Video buchstäblich immer noch vor meinem inneren Auge sehen“, erinnert sich Stratton gegenüber People. „Der Clip zeigte etwas, das wie ein schwarzes, dreieckiges Flugobjekt aussah. An jeder Ecke leuchteten orangefarbene, weiße und gelbe Lichter. Es bewegte sich lautlos und schien dann den Gesetzen der Physik zu trotzen, indem es schneller beschleunigte, als das Auge folgen konnte – und plötzlich verschwunden war.“ Dieses Video, dieser Moment habe seine „Welt verändert“. Obwohl er selbst ein Experte darin ist, so gut wie alles zu identifizieren, was sich am Himmel bewegt, habe er keine Ahnung gehabt, was er da sah.

Neben seinen persönlichen, familiären und von UFOs unabhängigen Lebenserinnerungen und Karriereschritten, geht Stratton in seinem Buch immer wieder auch auf seine persönlichen Erfahrungen mit dem UFO- und anderen Phänomenen und seine offizielle Arbeit für die UAPTF ein. Mit „Out of the Shadows“ folge er einem Gefühl zur Verpflichtung, diese Geschichte, soweit es ihm legal möglich sei, zu erzählen.

Freigabe durch das US-Verteidigungsministerium

Tatsächlich wurde das Buch und sein Inhalt auch vom Pentagon bzw. dessen Kontrollbüro zur Freigabe von Veröffentlichungen von aktuellem und ehemaligem Personal des US-Militärs und der Geheimdienste sowie deren Auftragnehmern (Department of Defense/War Office of Prepublication and Security Review, DOPSR) zur Veröffentlichung freigegeben. Diese Prüfung untersucht entsprechende Publikationen vorab auf mögliche Sicherheitsrisiken, um so zu verhindern, dass geheime oder anderweitig geschützte Informationen öffentlich werden. Allerdings erläutert auch Strattons aktuelles Buch, wie bei allen solchen von DOPSR freigegebenen Veröffentlichungen, vorab, dass eine DOPSR-Freigabe nicht gleichzusetzen sei, mit einer Bestätigung der darin gemachten Aussagen und Informationen durch das US‑Verteidigungsministerium. Eine Freigabe durch DOPSR bedeutet also nicht automatisch, dass das Pentagon die Aussagen eines Textes bestätigt oder dessen Inhalt für wahr hält. „Dinge, die einfach nur falsch und dämlich sind, müssen auch nicht klassifiziert werden“, kommentieren hingegen UFO-Skeptiker wie Mick West diesen Vorgang und den Versuch, durch eine DOPSR-Freigabe die Inhalte entsprechender Bücher per se zu legitimieren.

Strattons Kernaussagen zu UFOs und Aliens

Angesichts der UFO-bezogenen Kernaussagen in Strattons Buch, wie auch in aktuellen Interviews, zeigt sich der Autor unter anderem überzeugt von einer seit 80 Jahren andauernden Desinformationskampagne, mit der ein jahrzehntealtes Untersuchungs- und Rückentwicklungsprogramm von abgestürzten und vom US-Militär geborgenen außerirdischen Raumschiffen vertuscht werden solle.

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Stratton selbst zeigt sich davon überzeugt, dass „wir nicht alleine“ und auch nicht das einzige intelligente Leben im Universum sind. Allerdings kenne auch die US-Regierung die Absichten dieser Besucher nicht, deren Technologie allerdings der unseren überlegen sei. Entsprechend gebe es die fortwährende Aktivität von UAP über sensiblen US‑Militär- und Nukleareinrichtungen; hinzu kämen Sicherheitsverletzungen des sonstigen militärischen und zivilen Luftraums.

Er selbst habe auf der Grundlage seiner klassifizierten Akteneinsicht und von Berichten von Militärpersonal Kenntnis von „verdeckten Spezialoperationen, um abgestürzte UFOs und deren nicht-menschliche Besatzungen zu bergen“. Mit diesen Aussagen stellt sich Stratton nicht erst jetzt in eine Reihe mit UAP-Whistlerblowern wie dem Militärgeheimdienstler David Grusch, der Selbiges bereits vor Kongressanhörungen ausgesagt hatte.

Stratton selbst beziffert die Anzahl abgestürzter und geborgener nicht-irdischer Raumschiffe, die sich derzeit im Besitz von Auftragnehmern des US-Militärs befänden, auf mindestens ein Dutzend – darunter auch das UFO und dessen verstorbene Besatzung, das 1947 nahe Roswell abgestürzt sein soll. Bei diesem Ereignis sei das UFO in zwei Teile zerbrochen und gemeinsam mit den Körpern der Außerirdischen geborgen worden. Einige geborgene Aliens seien bereits tot, andere noch lebendig vorgefunden und versorgt worden. Mit einigen dieser Fremden habe man sogar, wenn auch nur sehr grundlegend, kommunizieren können, bevor auch diese verstorben sein sollen.

Riskantes Spiel?

Er selbst sei von Militär- und Geheimdienstinsidern immer wieder gewarnt worden, dass „einige Leute“ über seine öffentlichen Aussagen und sein öffentliches Engagement für die UFO-Disclsoure (Stratton war vielfach Gast in Podcasts und nicht zuletzt in der US-Doku „Age of Disclosure“) „nicht erfreut“ seien. Ihm selbst seien derartige, teilweise lebensbedrohliche Warnungen jedoch gleich: „Die Sache selbst ist viel zu wichtig.“

Die von Stratton beschriebene extensive Geheimhaltung von Informationen über UFOs, deren Besuche auf der Erde und die dahinterstehenden nicht-menschlichen Intelligenzen hält er selbst für viel gefährlicher:

„Ich war im Pentagon, als bei 9/11 das Flugzeug einschlug, und ich habe an diesem Tag Kollegen und Freunde verloren. Der Fehler lag damals darin, dass die Geheimdienste nicht ausreichend miteinander kommuniziert haben und ihre Informationen nicht miteinander teilten. UAPs zeigen eine derart fortschrittliche Technologie, die die menschliche so weit übertrifft, dass das Risiko einer strategischen Überraschung wie bei Pearl Harbor besteht. Mir ist es wichtig, dazu beizutragen, dass das nicht passiert.“

GreWi meint…

Aufgrund seiner gesicherten militärischen und geheimdienstlichen Karriere gehört Jay Stratton zweifelsohne zu den glaubwürdigsten UFO-Whistleblowern. Seine Position als Direktor der ersten jüngsten UFO-Untersuchungseinheit des Pentagon, der UAPTF, steht außer Frage. Außer Frage steht entsprechend auch, dass Stratton Zugang zu bislang geheimen Dokumenten, Material und Zeugen hatte.

Über den Wahrheitsgehalt und die Natur dieser Materialien (Fotos und Videos) und der darin beschriebenen und abgebildeten Objekte, sagt dies nichts aus. Und solange diese selbst nicht veröffentlicht werden, können diese Aussagen auch nicht unabhängig geprüft werden.

Strattons Buch liefert denn auch einige neue Informationen, die es noch selbst zu überprüfen gilt, aber weder neue Foto- und Videobeweise oder Wege einer unabhängigen Überprüfung. Einige Informationen dürften auch Insidern neu sein und frühere (ebenfalls anekdotische) Aussagen anderer Insider und Whistleblower stützen und bestärken.

Im Buch finden sich allerdings auch Berichte und Geschichten, die den Eindruck erwecken können, dass auch Stratton selbst, darauf angewiesen war und ist, seinen eigenen Quellen und Informanten zu glauben. Nicht mehr bleibt schlussendlich auch den Leserinnen und Lesern von „Out of the Shadows“ übrig.  Das Buch selbst bleibt damit hinter dem Anspruch seines eigenen Untertitels weit zurück, der nichts Geringeres verspricht als „die Wahrheit über nicht-menschliches intelligentes Leben“. Wer ein großes, beweislastiges Buch zur Disclosure erwartet hat, dürfte – wie schon angesichts von Luis Elizondos Erinnerungen gleichen Titels – hingegen enttäuscht werden.

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Jay Stratton
Out of the Shadows (US-Ausgabe)
Hardcover
ISBN: 978-0063384538
William Morrow, 31,35 €

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