Kontroverse um angebliche Reste der Arche Noah: Neue Radarmessungen der Durupinar-Formation

Geschrieben am 22.08.2026
von Andreas Müller

Irvine (USA) – Eine bootsförmige Felsstruktur Ararat in der Türkei sorgt bereits seit Jahrzehnten für kontroverse Diskussionen darüber, ob es sich um die versteinerten Überreste der biblischen Arche Noah handeln könnte. Jetzt wurde die sogenannte Durupinar-Formation mit einer neuen Bodenradar-Technologie untersucht.

Blick auf die Durupinar-Formation. Copyright/Quelle: Zorka Sojka (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 4.0
Blick auf die Durupinar-Formation.
Copyright/Quelle: Zorka Sojka (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 4.0

Während die Ergebnisse der Messungen bislang noch nicht wissenschaftlich publiziert wurden, berichtet das Team um Dr. Khosrow Bakhtar von Bakhtar Research and Engineering und dem „Noah’s Ark Scans“-Projekt, vorab in einer Pressemitteilung berichten, haben sie erstmals das selbst entwickelte sog. BakhtarRadar eingesetzt, um die 157 Meter lange, bootsförmige Formation nahe dem Berg Ararat dreidimensional und bis in größere Tiefen als zuvor zu untersuchen.

Laut der Pressemitteilung wurde das System ursprünglich im Rahmen von Forschungsprojekten der US Air Force entwickelt und dient der Ortung unterirdischer Strukturen, Hohlräume und verborgener Objekte. Geleitet wurde die Untersuchung von Dr. Khosrow Bakhtar, der nach Angaben des Projekts an mehr als 25 US-Verteidigungsprojekten beteiligt war und selsbt über 200 technische Publikationen und Berichte verfasst hat.

Ziel der Untersuchung war eine zentrale Frage der seit Jahrzehnten geführten Debatte: Handelt es sich bei der DurupInar-Formation lediglich um eine natürliche geologische Struktur oder befinden sich darunter ungewöhnliche Strukturen?

Auffällige Strukturen in der Tiefe

Nach einer ersten Auswertung der Radardaten zeichne sich demnach kein Bild eines einfachen, homogenen Gesteinskörpers ab. Stattdessen habe das Team mehrere deutliche unterirdische „Anomalien“ und Schichtungen festgestellt.

Besonders bemerkenswert sei, dass in den bislang ausgewerteten tieferen Messdaten noch keine eindeutige Grenze zum darunterliegenden Grundgestein identifiziert werden konnte. Dies sei insofern relevant, als frühere geologische Erklärungen davon ausgehen, dass die Formation aus einer natürlichen Ablagerung über vergleichsweise oberflächennahem Grundgestein besteht.

Die Forscher betonen allerdings ausdrücklich den vorläufigen Charakter der Ergebnisse. Weder die festgestellten Anomalien noch das bislang fehlende eindeutige Signal einer Grundgesteinsgrenze seien ein Beleg für einen archäologischen Ursprung der Formation – und somit auch nicht für die Existenz der biblischen Arche Noah.

Spezialisierte Militärtechnik im Einsatz

BakhtarRadar wurde ursprünglich im Rahmen von SBIR-Programmen der US Air Force entwickelt. Das System soll mithilfe mehrerer Messstationen eine hochauflösende dreidimensionale Darstellung unterirdischer Strukturen ermöglichen. Bei früheren Anwendungen wurde die Technologie unter anderem zur Untersuchung mutmaßlicher Tunnel an der US-mexikanischen Grenze eingesetzt.

Für die Durupinar-Untersuchung ist insbesondere die Möglichkeit interessant, tieferliegende geologische Strukturen von oberflächennahen Auffälligkeiten zu unterscheiden. Bakhtar zufolge könnten die neuen Messungen deshalb dazu beitragen, zwischen natürlichen Gesteinsschichten und möglicherweise erhaltenen künstlichen Strukturen zu unterscheiden.

Bodenradar-Untersuchungsergebnisse von 2019 (l.) neben einer Luftaufnahme der Formation (r.), die die linearen und kantigen Strukturen zeigt, zu deren erneuter Untersuchung das BakhtarRadar eingesetzt wurde. Quelle: Bakhtar Research and Engineering & Noah’s Ark Scans

Bodenradar-Untersuchungsergebnisse von 2019 (l.) neben einer Luftaufnahme der Formation (r.), die die linearen und kantigen Strukturen zeigt, zu deren erneuter Untersuchung das BakhtarRadar eingesetzt wurde.
Quelle: Bakhtar Research and Engineering & Noah’s Ark Scans

Anschluss an frühere Untersuchungen

Die Durupinar-Formation wurde 1948 von einem kurdischen Hirten in der Nähe des Dorfes Doğubeyazıt gelegene entdeckt, nachdem starke Regenfälle und Erdbeben Teile des Bodens freigelegt hatten. Ihre Form und Lage nahe dem Ararat weckten früh Spekulationen über einen Zusammenhang mit der biblischen Arche Noah. Laut Bibel kam diese nach der Sintflut auf den „Bergen von Ararat“ zur Ruhe, nachdem die Erde 150 Tage lang überflutet war. Bibel-Forscher deuten die vor Ort gefundenen Maße als jene der in der Genesis beschriebenen Arche, die etwa 155 Meter lang, 26 Meter breit und 16 Meter hoch gewesen sein soll. Eine umfangreiche Bodenradaruntersuchung aus dem Jahr 2019 uns spätere hatten innerhalb der Formation ebenfalls auffällige Strukturen identifiziert. Dazu gehörten unter anderem Hohlräume, lineare Strukturen sowie kantige und teilweise als mögliche Korridore oder kammerartige Bereiche interpretierte Anomalien (…GreWi berichtete).

Die aktuelle Untersuchung soll diese Befunde mit einer anderen Radartechnologie überprüfen und zugleich die tieferliegende Geologie der Formation erfassen. Die Forscher von „Noah’s Ark Scans“ betrachten Durupinar weiterhin als möglichen Standort der biblischen Arche Noah. Ziel des Projekts sei jedoch nicht, diese Interpretation lediglich durch weitere Messungen zu bestätigen, sondern sie durch überprüfbare physische Befunde einer wissenschaftlichen Prüfung zu unterziehen.

Nächster Schritt: Bohrkerne

Entscheidend wird deshalb die nächste Untersuchungsphase sein. Die derzeit ausgewerteten Radardaten sollen genutzt werden, um besonders interessante Stellen für gezielte Kernbohrungen zu bestimmen. Dadurch könnten die geophysikalisch festgestellten Anomalien erstmals direkt anhand von Gesteins- und gegebenenfalls anderen Proben untersucht werden. Neben BakhtarRadar kommen dabei unter anderem elektrische Widerstandstomografie (ERT), hochauflösende Oberflächenkartierung sowie Boden- und Gesteinsproben zum Einsatz.

Ein vorläufiger technischer Bericht soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Darin sollen die auffälligsten Strukturen bewertet und die Positionen für weitere Bohrungen festgelegt werden.

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Ob die Durupinar-Formation tatsächlich eine archäologische Struktur verbirgt oder vollständig natürlichen Ursprungs ist, lässt sich damit weiterhin nicht beantworten. Die neuen Radardaten liefern nach Angaben des Teams jedoch mehrere Untersuchungsziele, die sich nun durch physische Proben überprüfen lassen. Erst diese nächste Phase könnte zeigen, ob hinter den ungewöhnlichen Messsignalen tatsächlich mehr steckt als die bislang bekannte Geologie.

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Durupinar-Formation: Neue Belege für die Arche Noah? 19. Mai 2025

Recherchequelle: globenewswire.com / Bakhtar Research and Engineering, LLC and Noah’s Ark Scans

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