
Copyright: R. Sarmiento et al., Galileo Project
– Bei dem folgenden Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Prof. Dr. Avi Loeb, der am 21. Juli 2026 im englischsprachigen Original unter dem Titel „A Distance Measurement is Worth a Thousand Words Regarding the Nature of UAP” von Prof. Avi Loeb auf Medium.com erstveröffentlicht wurde. Der Text wurde – mit freundlicher Genehmigung des Autors (A. Loeb) – durch www.GreWi.de ins Deutsche übersetzt. Die vom Autor geäußerten Ansichten sind seine eigenen.
von Prof. Avi Loeb
Ein unbekanntes Objekt, das sich innerhalb eines Sekundenbruchteils über den Himmel bewegt, könnte ein naher Vogel oder ein weit entferntes Artefakt nichtmenschlichen Ursprungs sein. Diese enorme Bandbreite möglicher Interpretationen ist vermutlich der Grund dafür, dass die Bilder und Videos zu unidentifizierten anomalen Phänomenen (UAPs), die in den vergangenen Monaten von der US-Regierung hier veröffentlicht wurden, mehr als 2 Milliarden Aufrufe erhalten haben.
Leider enthalten die öffentlich verfügbaren UAP-Daten keine Entfernungsbestimmungen, weshalb es unmöglich ist zu beurteilen, ob sich die Geschwindigkeit der UAP innerhalb des zu erwartenden Leistungsbereichs natürlicher Phänomene oder menschengemachter Technologien bewegt.
Aus diesem Grund werden die wissenschaftliche Analyse der vorhandenen Daten sowie die Sensor-Empfehlungen des „UAP Science Advisory Council“ unter meiner Leitung das Büro des Direktors der US-Geheimdienste (Director of National Intelligence, ODNI), das „All-Domain Anomaly Resolution Office“ (AARO) im Pentagon, das Weiße Haus, das FBI sowie die Nachrichtendienste dabei unterstützen, die Natur und den Ursprung von UAP zu bestimmen.
Ein einziger UAP-Fall mit einer präzise gemessenen Entfernung ist mehr wert als viele Fälle unidentifizierter Objekte, die sich rasch über den Himmel bewegen. Der Grund: wir werden sonst niemals entscheiden können, ob es sich um natürliche Phänomene wie Insekten, Vögel, Kugelblitze oder Meteore, um menschengemachte Erscheinungen wie Laserpunkte, Drohnen, Ballons, Flugzeuge oder Satelliten oder um außerirdische Artefakte handeln könnte.
In Anerkennung dieser Herausforderung hat das Galileo-Projekt unter meiner Leitung Observatorien aufgebaut, die mithilfe eines Netzwerks aus Infrarot-, sichtbaren, Funk- und Audiosensoren Entfernungen messen können. Das neueste Galileo-Observatorium in Las Vegas umfasst drei Einheiten, die ein nahezu gleichschenkliges Dreieck mit Seitenlängen von 10,2, 10,1 und 2,0 Kilometern bilden. Die Beobachtung eines UAP aus drei Richtungen ermöglicht es uns, dessen Entfernung, Geschwindigkeit und Beschleunigung durch Triangulation zu bestimmen.
Ich möchte diese Fähigkeit anhand eines aktuellen Beispiels veranschaulichen, das in der vergangenen Woche von der hervorragenden Galileo-Postdoktorandin Dr. Regina Sarmiento analysiert wurde.

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Dieser Lehrfall betrifft ein Objekt, das am 30. Mai 2026 in einer durch Triangulation bestimmten Entfernung von etwa 20 bis 30 Kilometern erfasst wurde. Glücklicherweise wurde das Objekt auch anhand der „Automatic Dependent Surveillance-Broadcast-(ADS-B)“-Trackingdaten als Flugzeug identifiziert. Diese Identifizierung ermöglichte es uns, die tatsächlichen Gegebenheiten („ground truth“) zu kennen und die tatsächliche Entfernung mit der durch Triangulation bestimmten Entfernung zu vergleichen. Reginas Analyse (siehe folgenden Abb.) zeigt, dass die durch Triangulation bestimmte Entfernung auf wenige hundert Meter genau war – ein Bruchteil eines Prozents der tatsächlichen Distanz von 20 bis 30 Kilometern zwischen dem Flugzeug und den verschiedenen Beobachtungseinheiten.

Rechtes Bild: Die Abweichung zwischen der durch Triangulation bestimmten Flugbahn und der ADS-B-Flugbahn liegt unter einem Prozent der tatsächlichen Entfernung des Objekts.
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Die Quintessenz dieses Beispiels ist einfach: Eine Entfernungsmessung ist tausend Worte wert, wenn es darum geht, die Natur von UAP zu beurteilen.
Prof. Dr. Avi Loeb ist Leiter des „Galileo-Projekts“ in Harvard, einer systematischenwissenschaftlichen Suche nach Beweisen für außerirdische technologische Artefakte. Loeb ist Gründungsdirektor von Harvards Black Hole Initiative, Direktor des Institute for Theory and Computation am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und Vorsitzender des Beirats des Breakthrough Starshot-Projekts. Er ist Autor des Buches „Außerirdisch: Intelligentes Leben jenseits unseres Planeten“.
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© Avi Loeb (dt. Übersetzung grewi.de)

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