UFO-Detektionen der ukrainischen Streitkräfte im Abwehrkampf gegen Russland

Geschrieben am 17.05.2026
von Andreas Müller

Das von der „Naval Postgraduate School“ herausgegebene militär-technologische US-Fachjournal „CTX“ widmet eine aktuelle Sonderausgabe der wissenschaftlichen Erforschung und Analyse von UAP- und UFO-Phänomenen. Ein Beitrag berichtet dabei über militärische Detektionen von UFOs/UAPs durch die ukrainischen Streitkräfte im Abwehrkampf gegen Russland. Dieser Artikel wurden mit freundlicher Genehmigung der Autoren von GreWi ins Deutsche übersetzt.

Symbolbild.Quelle: Bilyk u. Nikolaiev, CTX 2026
Symbolbild.
Quelle: Bilyk u. Nikolaiev, CTX 2026

Die wichtigsten Inhalte kurz zusammegefasst:
* Die Streitkräfte der Ukraine haben nicht nur bereits UFOs detektiert, sondern untersuchen und analysen diese Meldungen auch gezielt, wissenschaftlich und militärisch.
*
Die Detektion, Analyse und Identifikation von UAPs/UFOs wird vom ukrainischen Militär als entscheident bewertet. UAPs/UFOs werden offiziell als potenzielles Sicherheitsrisiko eingestuft.
* 2023 erließen die Streitkräfte der Ukraine einen Sonderbefehl, der die Notwendigkeit festlegte, unidentifizierte Objekte am Himmel zu verfolgen.
* 2024 richteten die ukrainischen Verteidigungskräfte eine spezielle Einheit ein – ein Forschungslabor, das AOP-Berichte analysiert sowie UAP-Fälle sammelt und untersucht.
* Die umkrainische Armee hat eine wissenschaftliche Methodik zur UAP-Identifizierung entwickelt und eine spezialisierte militärische Ausbildung begonnen, um das Personal auf die Entgegennahme von UAP-Beobachtungsberichten vorzubereiten.
* UFO-Forschung findet in der Ukraine sowohl zivil (ZOND) wie auch militärisch statt.
* Spekatkuläre Detektionen wurden auch (meist mittels Drohnen) auf Video dokumentiert.
* Darunter das bereits bekannte Video eines 30 Meter langen zylindrischen Objekts am Himmel über der Front 2024 (s. Abb. 8b)
…oder die Detektion und Dokumentation einer Formation kugelförmiger UFOs/UAP, die nur im Wärmebild sichtbar, im normalen visuellen Modus jedoch unsichtbar waren (Abb. 10A).   

– Der Originalartikel wurde um (externe) Videos einiger der diskutierten UAP-Detektionen in der Ukraine ergänzt.

– Den CTX-Originalartikel finden Sie HIER (S. 32 ff.)

Ukrainische Militärbeobachtungen und Analysen zu Luft- und Raumfahrtobjekten und Phänomenen während der Verteidigung gegen die Russische Föderation

Von Dr. Artem Bilyk und Dr. Kyrylo Nikolaiev, Defense Intelligence Research Institute, Kiew, Ukraine

Das Lagebewusstsein im Luft- und Raumfahrtbereich ist eine der zentralen Herausforderungen für die nationale Sicherheit aller Staaten.[1] Der weitverbreitete Einsatz von Luft- und Raumfahrtaufklärung, Kommunikation und Navigation erfordert eine zuverlässige Überwachung, Verfolgung und Analyse von Luft- und Raumfahrtobjekten und -Phänomenen (aerospace objects and phenomena, AOP) sowie ihrer Aktivitäten im Luft- und Raumfahrtbereich (aerospace domain, ASD). Die rechtzeitige Erkennung und Identifizierung von AOP ist eine wichtige Aufgabe zur Verbesserung des Situationsbewusstseins im ASD, um die Sicherheit des Luftraums zu gewährleisten.

Einige AOP werden nach detaillierter Analyse als Drohnen, Ballons, Laternen oder sogar Wolken identifiziert. Einige Objekte und Phänomene können jedoch nicht sofort identifiziert werden, weil sie Eigenschaften zeigen, die mit den verfügbaren Daten über bekannte Objekte unvereinbar sind: hohe Geschwindigkeiten, augenblickliche Beschleunigung, fehlende sichtbare Anzeichen eines Antriebs, nichttriviale Lichteffekte und so weiter.[2] Einige dieser Objekte, die zunächst als unidentifizierte Flugobjekte (UFOs) bezeichnet werden könnten, werden schließlich dann doch identifiziert, andere jedoch werden aufgrund dieser Faktoren als anomal erkannt und formell als unidentifizierte anomale Luftphänomene (unidentified anomalous phenomena, UAP) eingestuft. UAP stellen eine potenzielle Bedrohung dar, weil sie mit Flugzeugen kollidieren könnten und aufgrund von Auswirkungen ihres Lichts, ihrer Strahlung und ihrer elektromagnetischen Emissionen auf technische Systeme, Menschen und die Umwelt.

Laut einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums (Dept. of Defense, DoD [heute als Dept. of War, DOW, bezeichnet]) stellen „unbekannte Drohnen“ seit einigen Jahren eine zunehmende Bedrohung für kritische nationale Infrastruktur, Militärbasen und andere Einrichtungen dar.[3] Zweifellos spiegelt ein großer Teil dieser Berichte die weite Verfügbarkeit und Vielfalt ziviler Drohnen wider, ebenso wie Schmuggel-, Industriespionage- und Geheimdienstaktivitäten anderer Staaten.[4] Viele dieser „unbekannten Drohnen“ weisen die oben erwähnten ungewöhnlichen UAP-Eigenschaften auf.

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Staaten wie die USA, Frankreich, Norwegen und Argentinien unterhalten spezialisierte [staatliche] Einheiten und Organisationen, die für die zentrale Sammlung und Identifizierung von AOP-Daten verantwortlich sind. [5] Die Identifizierung von AOP ist ein zentrales Thema, da sie insbesondere während Kriegszeiten eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen können. Berichte, die von US-Regierungsorganisationen veröffentlicht wurden, darunter das All-domain Anomaly Resolution Office (AARO) und das Office of the Director of National Intelligence (ODNI) in den USA,[6] ebenso wie andere Organisationen, die UAP untersuchen, erklären, dass UAP eine eindeutige Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen, weil ihre Ursprünge, Motive und Fähigkeiten unbekannt sind.[7] Daher ist die Überwachung und Untersuchung von UAP aufgrund der potenziellen Gefahr, die sie darstellen, sowie ihrer ständigen Präsenz in kontrollierten und eingeschränkten ASD wichtig.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine, der 2014 lokal begann, wird seit Februar 2022 im großen Maßstab geführt. Ein Merkmal dieses Krieges ist die Sättigung des Einsatzumfelds mit Aufklärungssystemen, der Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge (unmanned aerial vehicles, UAVs) sowie eine große Vielfalt bestehender und neuerer Waffen in bislang beispiellosem Ausmaß. Diese Faktoren hatten erheblichen Einfluss auf UAP-Beobachtungen. Ukrainische Zivilisten und Militärangehörige achten nun wesentlich stärker auf Objekte am Himmel, weil ihre Sicherheit und ihr Leben davon abhängen. Eine bedeutende Anzahl von Typen von AOP im Zusammenhang mit Kampfhandlungen ist entstanden, und Fehlidentifizierungen ziviler Flugzeuge haben abgenommen, weil das Kriegsrecht zivile Luftfahrtflüge verbietet. Aufgrund der großangelegten Aggression der Russischen Föderation arbeiten Hunderttausende Überwachungssysteme und -mittel kontinuierlich auf verschiedenen Plattformen, um Ereignisse im ASD aufzuzeichnen, insbesondere in Kampfzonen, während potenziell bedrohliche feindliche Luftangriffs- und Aufklärungsmittel erkannt werden. Mit der Ausweitung der Zahl von ASD-Überwachungssystemen und dem steigenden professionellen Niveau des Personals nehmen sowohl die Anzahl als auch die Qualität der AOP-Berichte weiter zu.

Der Zweck dieses Artikels besteht darin, die ukrainische Methodik zur Beobachtung, Erkennung und Identifizierung von AOP vorzustellen; einen Überblick über ukrainische militärische Fälle der UAP-Videoerkennung während der großangelegten Invasion der Russischen Föderation in den Jahren 2023–2024 zu geben; zur laufenden UAP-Forschung beizutragen; und anderen Staaten dabei zu helfen, ihre ASD-Sicherheit zu verbessern.

AOP-Überwachung durch die Streitkräfte der Ukraine

Dieser Artikel präsentiert einen Überblick über die Beobachtung, Erkennung und primäre Identifizierung von AOP sowie über einen Teil der Phase der abschließenden Identifizierung. Während die primäre Identifizierung hauptsächlich visuelle Daten über AOP nutzt, erfordert die abschließende Identifizierung die Aufbereitung spezialisierter numerischer und anderer Daten.

Abbildung 1 zeigt den Prozess, die Hauptphasen der Beobachtung, Erkennung und Identifizierung von AOP durch die Streitkräfte der Ukraine.⁸ Wie zu sehen, liefert die Phase der primären Identifizierung die Grundlage für eine abschließende Identifizierung und Bedrohungsbewertung.
Abbildung 1 zeigt den Prozess, die Hauptphasen der Beobachtung, Erkennung und Identifizierung von AOP durch die Streitkräfte der Ukraine.[8] Wie zu sehen, liefert die Phase der primären Identifizierung die Grundlage für eine abschließende Identifizierung und Bedrohungsbewertung.

Beobachtung und Detektion

Die Beobachtung des ASD erfolgt visuell oder durch technische Mittel. Die Erkennung von AOP ist der Prozess der Feststellung ihrer Anwesenheit durch Beobachtung unter Verwendung verschiedener Methoden (visuell, thermisch, akustisch, Radar usw.). Überwachungsgeräte und -systeme umfassen individuelle (Mikroebene), lokale (Mesoebene) und globale (Makroebene) elektronische und mechanische Systeme, die Umweltbedingungen messen und aufzeichnen. Zu den sich rasch entwickelnden individuellen elektronischen und mechanischen Systemen gehören mobile Geräte, Smartphones, Überwachungskameras, Mini-Radare und tragbare Stationen zur Messung meteorologischer Bedingungen und anderer Umweltparameter. Lokale Systeme umfassen derzeit behördliche und private Geräte, Luftfahrzeuge und andere Plattformen. Globale Überwachungssysteme für ASD in der Ukraine umfassen Satelliten, meteorologische Stationen und Radarstationen.[9]

Zu den visuellen Überwachungsgeräten und -instrumenten gehören Kameras, Nachtsichtgeräte, Teleskope und Ferngläser. Diese Geräte können tragbar, stationär oder auf beweglichen Fahrzeugen und Ausrüstungen montiert sein. Aufgrund des Krieges wurden entlang der Frontlinie und in der gesamten Ukraine Tausende militärischer und ziviler Kameras eingesetzt, die Video- und Wärmebildaufnahmen aufzeichnen. Funkaufklärungsgeräte, die vom ukrainischen Militär weit verbreitet genutzt werden, können Funkemissionen von AOP erkennen und bei deren Identifizierung helfen. Die Radarerkennung nutzt spezialisierte Systeme, die sich hinsichtlich Konstruktion, Reichweite, Einsatzhöhe und Frequenzbändern unterscheiden.

Satelliten und Raumfahrzeuge überwachen AOP aus Hunderten Kilometern Höhe über der Erde, während weltraumgestützte Bildgebung hochpräzise visuelle Erkennung, Thermografie und elektronische Aufklärung liefern kann. Nahezu jede Art von Ausrüstung zur Datenerfassung von AOP kann auf Satelliten und Raumfahrzeugen installiert werden. Da die Ukraine nicht über eigene Aufklärungssatelliten verfügt, ist sie für operative Informationen auf ausländische Partner (die Vereinigten Staaten, Europa und andere) sowie auf kommerzielle Satellitenbilder angewiesen.

Bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge sind die häufigsten Plattformen für Überwachungssysteme im ASD, hauptsächlich aufgrund ihrer geringen Kosten. Der aktive Einsatz von UAVs, insbesondere in der Nähe der Kriegszone, ermöglicht es, AOP nahezu in Echtzeit zu überwachen und Bedrohungen zu analysieren. Bemannte Luftfahrzeuge können detailliertere Informationen liefern und eine schnellere Entscheidungsfindung unterstützen, wenn Besatzungen AOP entdecken, setzen diese Besatzungen jedoch Risiken aus. Die geringe Sichtbarkeit und Manövrierfähigkeit von UAVs sowie die Fähigkeit einiger Modelle, über längere Zeiträume über einem Punkt der Erdoberfläche zu schweben, ermöglichen eine umfangreiche Datenerfassung. Ihre hohe Geschwindigkeit erlaubt es ihnen, näher an AOP heranzumanövrieren, um eine bessere Sicht zu erhalten. Tausende ukrainischer Militär-UAVs sind kontinuierlich im Einsatz, viele davon wurden von internationalen Partnern bereitgestellt.

Spezielle stationäre und mobile Überwachungssysteme gehören zu den vielversprechendsten Mitteln zur Überwachung und Erkennung von AOP, weil sie relativ kostengünstig sind, den Aufbau von Überwachungsnetzwerken unterstützen, leicht zu tarnen sind und schnell modernisiert werden können. Stationäre Systeme befinden sich am Boden, auf Türmen und Masten, an Gebäudeteilen und an anderen Standorten. Mobile Überwachungssysteme werden auf Fahrzeugen, Ausrüstung und spezialisierten unbemannten mobilen Plattformen eingesetzt. Moderne Überwachungssysteme sind typischerweise multispektral, erfordern jedoch spezialisierte Hardware sowie Daten­speicher- und Übertragungssysteme. Beispielsweise hat die Ukraine seit 2023 ein landesweites System akustischer Sensoren eingesetzt, das darauf abzielt, Drohnen anhand der charakteristischen Geräusche ihrer Motoren in Echtzeit zu erkennen und ihre Flugbahnen vorherzusagen.

Die Ukraine produziert einige technische Überwachungssysteme im Inland, hat jedoch seit 2022 viele im Rahmen internationaler technischer Hilfe erhalten oder von ausländischen Partnern gekauft, darunter u.a. die Vereinigten Staaten, Norwegen, Frankreich, Großbritannien und andere (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Beispiele lokaler und individueller technischer Systeme, die in der Ukraine zur ASD-Überwachung für militärische Zwecke verwendet werden: (a) „Patriot“-Luftabwehrradar; (b) Wärmebild-Überwachungssystem; (c) Einsatz eines UAV-Überwachungskomplexes; (d) spezielles Aufklärungs-UAV.
Abbildung 2: Beispiele lokaler und individueller technischer Systeme, die in der Ukraine zur ASD-Überwachung für militärische Zwecke verwendet werden: (a) „Patriot“-Luftabwehrradar; (b) Wärmebild-Überwachungssystem; (c) Einsatz eines UAV-Überwachungskomplexes; (d) spezielles Aufklärungs-UAV.

Identifizierung

Die Identifizierung ist der Prozess der Feststellung der Identität von AOP auf Grundlage der Parameter und Merkmale bekannter anthropogener und natürlicher AOP. Es werden zwei Arten der Identifizierung unterschieden: primäre und abschließende Identifizierung.

Primäre Identifizierung

Die primäre Identifizierung wird direkt durch das an der Überwachung und Erkennung von AOP beteiligte Personal durchgeführt oder mithilfe spezialisierter technischer Systeme automatisiert vorgenommen. Sie liefert die Daten, die benötigt werden, um Bedrohungen zu bewerten und gegebenenfalls schnelle Entscheidungen über deren Neutralisierung zu unterstützen. Die Daten für die Bedrohungsbewertung werden von dem an der Überwachung und Erkennung von AOP beteiligten Personal oder anderen Spezialisten vorbereitet, die sie unverzüglich an die zuständigen Entscheidungsträger weiterleiten.

Zu den Daten der Bedrohungsbewertung gehören zentrale AOP-Parameter wie Bewegungsrichtung, Flugbahn, Geschwindigkeit und allgemeine Beschreibung. Diese Daten sollten ausreichen, um Entscheidungen darüber zu ermöglichen, wie mögliche Bedrohungen neutralisiert werden können, was die oberste Priorität der Regierung darstellt. Die Unfähigkeit, ein AOP während der primären Identifizierung zu identifizieren, verhindert weder die Erstellung von Daten zur Bedrohungsbewertung noch Entscheidungen über eine mögliche Neutralisierung.

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AOP können in der primären Phase aus vielen Gründen unidentifiziert bleiben: schlechte Beobachtungsbedingungen; begrenzte Fähigkeiten der Überwachungsinstrumente; die Variabilität bestehender und neu entstehender Lufttechnologien (Flugzeuge, UAVs, Raketen), die sowohl von ukrainischen als auch russischen Streitkräften eingesetzt werden; spezialisierte Flugmodi (z. B. sehr geringe Flughöhen, keine Lichter oder Identifikationsmerkmale, Lautsprecher, Thermit-Nutzlasten); sowie der Einsatz von glasfaseroptisch gesteuerten Drohnen durch beide Seiten, die innerhalb von Gebäuden operieren oder am Boden im Hinterhalt liegen können. Der Feind setzt aktiv Tarn- und Täuschungsmaßnahmen ein, um die ukrainische Luftabwehr zu umgehen. Zu diesen Maßnahmen gehören spezielle UAV-Lackierungen; radarabsorbierende und wärmeisolierende Beschichtungen; Geräuschreduzierung der Motoren; der Einsatz falscher Ziele wie Luftballons und mit Reflektoren ausgestatteter UAVs; Raketen mit Dipolreflektoren (Folienstreifen oder Stücke metallisierten Fiberglases) und Wärmefallen; sowie als Vögel getarnte UAVs.

Abschließende Identifizierung

Die abschließende Identifizierung zielt darauf ab, weitere Analysen durchzuführen, wenn ein AOP nach der primären Identifizierung unidentifiziert bleibt. In solchen Fällen werden die Daten der primären Identifizierung an andere Spezialisten zur abschließenden Identifizierungsanalyse weitergeleitet. Die für die abschließende Identifizierung erforderlichen Daten umfassen AOP-Parameter und -Merkmale. AOP-Parameter beschreiben das AOP quantitativ und können numerisch ausgedrückt werden (z. B. Geschwindigkeit, Größe, Helligkeit). AOP-Merkmale beschreiben das AOP qualitativ und können nicht numerisch ausgedrückt werden (z. B. Farbe, Form). Die Parameter und Merkmale sollten das AOP umfassend charakterisieren, um eine Identifizierung mit hoher Zuverlässigkeit zu unterstützen; sie sollten mit verfügbaren Werkzeugen und Instrumenten messbar sein; und sie sollten bekannte Grenzen der Variabilität für unterschiedliche Beobachtungsbedingungen besitzen. Die abschließende Identifizierung von AOP kann spezifische Berechnungen, den Einsatz spezialisierter Software, Labortests, Feldarbeit und so weiter erfordern. Ein dafür zuständiger Beamter trifft die endgültige Entscheidung zur AOP-Identifizierung.

Die Analyse der abschließenden Identifizierung kann zeigen, dass ursprünglich unidentifizierte AOP mit ungewöhnlichen Parametern und Merkmalen die neuesten Entwicklungen feindlicher Flugzeuge oder UAVs, Effekte des Waffeneinsatzes oder andere Phänomene sind. Parameter und Merkmale, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mit denen bekannter Objekte und Phänomene übereinstimmen, werden als Anomaliefaktoren klassifiziert.[10] Wenn nach der abschließenden Identifizierung weiterhin Anomaliefaktoren bestehen, wird das AOP als anomal anerkannt und als UAP eingestuft. Tabelle 1 zeigt Beispiele für Anomaliefaktoren, die bei der Identifizierung militärischer UAP-Beobachtungen in der Ukraine berücksichtigt werden.

Tabelle 1: Beispiele für UAP-Anomaliefaktoren
Tabelle 1: Beispiele für UAP-Anomaliefaktoren

Öffentliche und militärische Untersuchung anomaler Phänomene

Aufgrund dieser Bedrohungen beschäftigen sich sowohl die Öffentlichkeit als auch das Militär in der Ukraine mit der Untersuchung anomaler Phänomene, was ebenfalls Chancen bietet. Im öffentlichen Bereich führt das Ukrainian Scientific Research Center for the Analysis of Anomalies („Zond“), eine separate Einheit der Aerospace Society of Ukraine, seit 2004 umfangreiche Forschungen zu anomalen Phänomenen durch.[11]

Im militärischen Bereich erließen die Streitkräfte der Ukraine 2023 einen Sonderbefehl, der die Notwendigkeit festlegte, unidentifizierte Objekte am Himmel zu verfolgen.[12] Im Jahr 2024 richteten die ukrainischen Verteidigungskräfte eine spezielle Einheit ein – ein Forschungslabor, das AOP-Berichte analysiert sowie UAP-Fälle sammelt und untersucht. Diese Einheit hat zwei Handbücher zur AOP-Identifizierung und zur Analyse von UAP-Informationen erstellt (Abb. 3). Außerdem wurde ein Fragebogen entwickelt, um detaillierte Informationen von militärischen Augenzeugen zu erfassen[13]. Um Fehlidentifizierungen zu vermeiden, akzeptiert die Einheit nur Berichte, die Fotos, Videos oder andere materielle Beweise enthalten. Sie hat zudem eine wissenschaftliche Methodik zur UAP-Identifizierung entwickelt[14] und eine spezialisierte militärische Ausbildung begonnen, um das ASD-Bewusstsein zu erhöhen und das Personal auf die Entgegennahme von UAP-Beobachtungsberichten vorzubereiten.

Abbildung 3: Zwei Handbücher, geschrieben im Jahr 2024 und 2025 genehmigt, zur AOP-Identifizierung und UAP-Informationsanalyse in den Streitkräften der Ukraine
Abbildung 3: Zwei Handbücher, geschrieben im Jahr 2024 und 2025 genehmigt, zur AOP-Identifizierung und UAP-Informationsanalyse in den Streitkräften der Ukraine

„Zivile Berichte unterstützen die militärische Identifizierung von AOP aufgrund der großen Anzahl potenzieller Zeugen und ihrer gleichmäßigen Verteilung über das gesamte Gebiet.“

Gleichzeitig unterstützt eine spezielle „ePPO“-App („elektronische Luftverteidigung“) Nutzer in beiden Bereichen. Freiwillige Programmierer der Gruppe Technari entwickelten die App, die Echtzeitkoordinaten beobachteter Objekte und Phänomene im ASD erfasst. Ein separater „UFO“-Button ermöglicht es zivilen Augenzeugen, zunächst unidentifizierte Objekte zu melden, die nicht eindeutig künstlichen Ursprungs sind (Drohnen, Flugzeuge, Hubschrauber, Raketen, Quadrocopter, Luftexplosionen; s. Abb. 4).

Abbildung 4: (a) Die ukrainische ePPO-Anwendung; (b) Beispiel für UFO-Statistiken aus der Anwendung (1.–31. Juli 2024). Einige Spitzen wurden als Start-Effekte der Ariane-6-Rakete identifiziert, andere bleiben ungeklärt.
Abbildung 4: (a) Die ukrainische ePPO-Anwendung; (b) Beispiel für UFO-Statistiken aus der Anwendung (1.–31. Juli 2024). Einige Spitzen wurden als Start-Effekte der Ariane-6-Rakete identifiziert, andere bleiben ungeklärt.

Diese App hat derzeit mehr als 800.000 Nutzer.[15] Zivile Berichte unterstützen die militärische Identifizierung von AOP, da es eine große Anzahl potenzieller Zeugen gibt und diese gleichmäßig über das Gebiet verteilt sind. Auf Grundlage dieser Daten erfolgt die Verarbeitung in ePPO durch künstliche Intelligenz (KI), die die Objekte identifiziert und deren Standort sowie Flugtrajektorien vorhersagt. Falls erforderlich, wird ein Abschuss geplant.[16]

AOP mit kriegsbedingtem Ursprung, die zunächst unidentifiziert bleiben können

Im Allgemeinen können AOP nach ihrer Herkunft in natürliche (z. B. Wolken, Meteore, Polarlichter) oder anthropogene [menschengemachte] (z. B. bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge, Ballons, Effekte von Raketenstarts) eingeteilt werden. In der Ukraine können viele AOP derzeit aus militärischen Operationen und deren Auswirkungen resultieren: Flügel-UAVs, Drohnen, Raketen, Explosionen, Rauchwolken und -spuren, Bomben, Fallschirme, Leuchtraketen, Militärflugzeuge und Hubschrauber. Einige AOP, die natürlich erscheinen, können anthropogene Ursachen haben, wie Staubwolken oder künstlich erzeugte Wolken. Die Effekte anthropogener AOP können auch gleichzeitig mit natürlichen AOP auftreten, was ihre Parameter und Merkmale verzerrt und die Erkennung und Identifizierung erschwert. Zur Täuschung kann der Gegner die Parameter und Merkmale künstlicher Objekte absichtlich verändern.

Die folgenden Abbildungen: 5, 6 und 7 zeigen ungewöhnliche, militärisch bedingte Luft- und Raumfahrteffekte sowie Objekte, die zunächst unidentifiziert sein können.

Abbildung 5 veranschaulicht eine Reihe von Effekten beim Start, Flug und der Explosion von Raketen und Gleitbomben, die dazu führen können, dass AOP in der Phase der primären Identifizierung als unidentifiziert eingestuft werden, da sie insbesondere aus der Entfernung oft ungewöhnlich erscheinen. Abbildung 5: (a) luftgestützte Rakete; (b) bodengestützte Rakete; (c) Gleitbombe; (d) Marschflugkörper im Gruppenflug; (e) Zündladung (russisch); (f) Phosphorladung (russisch); (g) Leuchtbomben; (h, i) Signalraketen.
Abbildung 5 veranschaulicht eine Reihe von Effekten beim Start, Flug und der Explosion von Raketen und Gleitbomben, die dazu führen können, dass AOP in der Phase der primären Identifizierung als unidentifiziert eingestuft werden, da sie insbesondere aus der Entfernung oft ungewöhnlich erscheinen. Abbildung 5: (A) luftgestützte Rakete; (B) bodengestützte Rakete; (C) Gleitbombe; (D) Marschflugkörper im Gruppenflug; (E) Zündladung (russisch); (F) Phosphorladung (russisch); (G) Leuchtbomben; (H) Signalraketen (I).
Abbildung 6 zeigt eine Reihe von Objekten, Ballons und Drohnen, die dazu führen können, dass AOP in der Phase der primären Identifizierung als unidentifiziert eingestuft werden, da sie in geringer Höhe fliegen können und eine große Vielfalt an Lichteffekten erzeugen. Abbildung 6. (a) Ballon mit Reflektoren, als Täuschziel für Luftabwehrsysteme verwendet; (b) ukrainischer militärischer, fest verankerter Aufklärungsballon; (c) von einer UAV abgeworfene Flugblätter; (d) von einem Flugzeug abgeworfene Dipolreflektoren zur Störung von Radarsystemen; (e) Fallschirm zur UAV-Landung; (f) russische Bombe mit Fallschirm; (g) russische „Lancet“-Kampfdrohne; (h) „Shahed“-Kampfdrohne; (i) „Shahed“-Kampfdrohne mit Lichtern bei Nacht; (j, k) Wärmebilder von Quadrocoptern.
Abbildung 6 zeigt eine Reihe von Objekten, Ballons und Drohnen, die dazu führen können, dass AOP in der Phase der primären Identifizierung als unidentifiziert eingestuft werden, da sie in geringer Höhe fliegen können und eine große Vielfalt an Lichteffekten erzeugen. Abbildung 6. (A) Ballon mit Reflektoren, als Täuschziel für Luftabwehrsysteme verwendet; (B) ukrainischer militärischer, fest verankerter Aufklärungsballon; (C) von einer UAV abgeworfene Flugblätter; (D) von einem Flugzeug abgeworfene Dipolreflektoren zur Störung von Radarsystemen; (E) Fallschirm zur UAV-Landung; (F) russische Bombe mit Fallschirm; (G) russische „Lancet“-Kampfdrohne; (H) „Shahed“-Kampfdrohne; (I) „Shahed“-Kampfdrohne mit Lichtern bei Nacht; (J, K) Wärmebilder von Quadrocoptern.

„Russland könnte zudem ‚unbekannte Drohnen‘ zur Aufklärung und zur Erzeugung von Panik unter Zivilisten einsetzen und seine Drohnen als natürliche AOP oder UAP tarnen und sie während oder nach tatsächlichen UAP-Wellen einsetzen, um Entdeckung und Bekämpfung zu vermeiden.“

Abbildung 7 zeigt künstliche Licht-, Rauch- und Explosionseffekte, die dazu führen können, dass AOP in der Phase der primären Identifizierung als unidentifiziert eingestuft werden, da sie sich schnell bewegen und als helle Flammen oder Lichtquellen erscheinen können. Flugzeuge können zudem ohne Lichter in sehr niedriger Höhe fliegen, um der Entdeckung zu entgehen. Abbildung 7: (a, b) mobiles ukrainisches Militär-Feuerteam, das Suchscheinwerfer zur Erkennung von UAVs einsetzt; (c, d) UAV, das durch eine Thermit-Nutzlast getroffen wurde; (e) Feuerball durch eine Luftdetonation; (f) Rauchladungen; (g) Abschuss eines russischen Flugzeugs; (h) Mehrfachdetonationen von Flakgranaten; (i) Wärmefallen (Flares, die intensive Hitze abstrahlen, um infrarotgelenkte Raketen abzulenken), die von einem ukrainischen Hubschrauber abgefeuert werden.
Abbildung 7 zeigt künstliche Licht-, Rauch- und Explosionseffekte, die dazu führen können, dass AOP in der Phase der primären Identifizierung als unidentifiziert eingestuft werden, da sie sich schnell bewegen und als helle Flammen oder Lichtquellen erscheinen können. Flugzeuge können zudem ohne Lichter in sehr niedriger Höhe fliegen, um der Entdeckung zu entgehen. Abbildung 7: (A, B) mobiles ukrainisches Militär-Feuerteam, das Suchscheinwerfer zur Erkennung von UAVs einsetzt; (C, D) UAV, das durch eine Thermit-Nutzlast getroffen wurde; (E) Feuerball durch eine Luftdetonation; (F) Rauchladungen; (G) Abschuss eines russischen Flugzeugs; (H) Mehrfachdetonationen von Flakgranaten; (I) Wärmefallen (Flares, die intensive Hitze abstrahlen, um infrarotgelenkte Raketen abzulenken), die von einem ukrainischen Hubschrauber abgefeuert werden.

Beispiele von UAP, die vom ukrainischen Militär beobachtet wurden

Dieser Abschnitt präsentiert mehrere Beispiele von UAP, die vom ukrainischen Militär in den Jahren 2023–2024 beobachtet wurden, zusammen mit ihren Parametern und Merkmalen. Diese Fälle weisen Anomaliefaktoren auf, die denen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern gemeldeten ähnlich sind, was darauf hindeutet, dass UAP ein tatsächlich globales Phänomen sind. Zusammengefasste Daten zu den in diesem Artikel beschriebenen militärischen UAP-Fällen sind in Tabelle 2 dargestellt.

Abbildung 8: (a) zeigt eine keilförmige Formation von fünf kugelförmigen UFOs, aufgenommen von einer Mavic 3T-Drohne mit Wärmebildkamera in einer ukrainischen Kriegszone im Jahr 2024. Die Objekte folgten einer geraden Flugbahn und erzeugten keinen Lärm. Jedes Objekt hatte einen Durchmesser von etwa 1 Meter (m) und bewegte sich mit etwa 30 Metern pro Sekunde (m/s). Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte die Objekte als UAP aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter geringe Größe, ungewöhnliche Form, Gruppenformation, regelmäßige Gruppenformation, hohe Geschwindigkeit, gerade Flugbahn und geringe Flughöhe. Abbildung 8 (b) zeigt ein einzelnes schwebendes, flaches oder zigarrenförmiges unidentifiziertes Objekt, aufgenommen von der Wärmebildkamera eines Mavic 3T UAV in der ukrainischen Kriegszone im Jahr 2024. Es wurde kein Geräusch registriert. Der Durchmesser des Objekts betrug etwa 30 m. Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte das Objekt als UAP aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter große Größe, ungewöhnliche Form und Schweben.
Abbildung 8: (a, l.) zeigt eine keilförmige Formation von fünf kugelförmigen UFOs, aufgenommen von einer Mavic 3T-Drohne mit Wärmebildkamera in einer ukrainischen Kriegszone im Jahr 2024. Die Objekte folgten einer geraden Flugbahn und erzeugten keinen Lärm. Jedes Objekt hatte einen Durchmesser von etwa 1 Meter (m) und bewegte sich mit etwa 30 Metern pro Sekunde (m/s). Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte die Objekte als UAP aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter geringe Größe, ungewöhnliche Form, Gruppenformation, regelmäßige Gruppenformation, hohe Geschwindigkeit, gerade Flugbahn und geringe Flughöhe. Abbildung 8 (b, r.) zeigt ein einzelnes schwebendes, flaches oder zigarrenförmiges unidentifiziertes Objekt, aufgenommen von der Wärmebildkamera eines Mavic 3T UAV in der ukrainischen Kriegszone im Jahr 2024 (…GreWi berichtete). Es wurde kein Geräusch registriert. Der Durchmesser des Objekts betrug etwa 30 m. Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte das Objekt aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter große Größe, ungewöhnliche Form und Schweben auf der Stelle als UAP.

…im externen Video

Abbildung 9 (a) zeigt eine lineare Formation von vier kugelförmigen UFOs, aufgenommen von der Wärmebildkamera einer Mavic 3T UAV in der ukrainischen Kriegszone im Jahr 2024. Jedes Objekt hatte einen Durchmesser von etwa 2 m und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 m/s. Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte die Objekte als UAP aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter geringe Größe, ungewöhnliche Form, Gruppenformation, hohe Geschwindigkeit, gerade Flugbahn und geringe Flughöhe. Abbildung 9 (b) zeigt ein einzelnes ultraschnelles, zigarrenförmiges vertikales unidentifiziertes Objekt, aufgenommen von der Wärmebildkamera einer Bayraktar-UAV in der Zentralukraine im Jahr 2023. Das Objekt folgte einer geraden Flugbahn und erzeugte keinen Lärm. Seine geschätzte Größe betrug weniger als 1 m, und seine Geschwindigkeit lag bei etwa 250 m/s. Die abschließende Identifikationsanalyse stufte das Objekt als UAP ein aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter geringe Größe, ungewöhnliche Form und räumliche Ausrichtung, extrem hohe Geschwindigkeit, gerade Flugbahn und geringe Flughöhe.
Abbildung 9 (A) zeigt eine lineare Formation von vier kugelförmigen UFOs, aufgenommen von der Wärmebildkamera einer Mavic 3T UAV in der ukrainischen Kriegszone im Jahr 2024. Jedes Objekt hatte einen Durchmesser von etwa 2 m und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 m/s. Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte die Objekte aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter geringe Größe, ungewöhnliche Form, Gruppenformation, hohe Geschwindigkeit, gerade Flugbahn und geringe Flughöhe als UAP. Abbildung 9 (B) zeigt ein einzelnes ultraschnelles, zigarrenförmiges vertikales unidentifiziertes Objekt, aufgenommen von der Wärmebildkamera einer Bayraktar-UAV in der Zentralukraine im Jahr 2023. Das Objekt folgte einer geraden Flugbahn und erzeugte keinen Lärm. Seine geschätzte Größe betrug weniger als 1 m, und seine Geschwindigkeit lag bei etwa 250 m/s. Die abschließende Identifikationsanalyse stufte das Objekt aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter geringe Größe, ungewöhnliche Form und räumliche Ausrichtung, extrem hohe Geschwindigkeit, gerade Flugbahn und geringe Flughöhe als UAP ein.

Eine gesonderte Betrachtung verdienen Fälle, in denen natürliche oder anthropogene AOP aufgrund von Besonderheiten oder Defekten der Beobachtungsgeräte ungewöhnlich erscheinen. Dazu gehören optische Blendung, Aberrationen [Abbildungsfehler in Linsen, bei denen das Licht nicht exakt in einem Punkt fokussiert wird. Dies führt zu Unschärfen (sphärische Aberration) oder Farbsäumen (chromatische Aberration)], Defekte im Kameraraster, Probleme mit der Matrixausleuchtung (in Kameras, Videosystemen und Wärmebildgeräten), Fehler in der Hardwareverarbeitung sowie Softwarefehler bei der AOP-Erkennung und -Identifizierung. Unidentifizierte Objekte und Phänomene im ASD können das Ergebnis menschlicher technischer Aktivitäten, natürlicher Prozesse oder unbekannter nicht-menschlich erzeugter Objekte mit abnormen Eigenschaften sein.[17] Viele natürliche Phänomene sind noch unerforscht und treten oft transient und sporadisch auf, mit ungewöhnlichen Eigenschaften in ihrer Phänomenologie, ihren physikalischen Erscheinungen und ihren Auswirkungen auf Menschen und Geräte.

Am 24. Dezember 2024 zeichnete das ukrainische Militär mit einer Mavic 3T UAV ein UAP gleichzeitig mit konventionellen und thermischen Kameras auf, wie in Abbildung 10 (A) gezeigt. Die Infrarotaufnahmen zeigen eine Gruppe von fünf kugelförmigen Objekten (links), während diese Objekte in der konventionellen Kamera vollständig unsichtbar sind (10A, r.). Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte die Objekte als UAP aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter geringe Größe, ungewöhnliche Form, Gruppenformation, visuelle Unsichtbarkeit, gerade Flugbahn und geringe Flughöhe.

Abbildung 10 (b) zeigt eine stabile Formation von vier kugelförmigen UFOs, aufgenommen von der Wärmebildkamera einer Mavic 3T UAV in der ukrainischen Kriegszone am 3. März 2024. Jedes Objekt hatte einen Durchmesser von bis zu 2,7 m und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 40 m/s. Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte die Objekte als UAP aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter geringe Größe, ungewöhnliche Form, Gruppenformation, hohe Geschwindigkeit, gerade Flugbahn und geringe Flughöhe. Abbildung 10. (a) Fünf kugelförmige UAP, aufgenommen von einem militärischen UAV mittels Wärmebild in der ukrainischen Kriegszone (links); die Objekte sind im konventionellen visuellen Kameramodus unsichtbar (rechts); (b) eine weitere Formation von vier kugelförmigen UAP, aufgenommen von einem militärischen UAV in einer ukrainischen Kriegszone.
Abbildung 10 (B) zeigt eine stabile Formation von vier kugelförmigen UFOs, aufgenommen von der Wärmebildkamera einer Mavic 3T UAV in der ukrainischen Kriegszone am 3. März 2024. Jedes Objekt hatte einen Durchmesser von bis zu 2,7 m und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 40 m/s. Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte die Objekte als UAP aufgrund von Anomaliefaktoren, darunter geringe Größe, ungewöhnliche Form, Gruppenformation, hohe Geschwindigkeit, gerade Flugbahn und geringe Flughöhe. Abbildung 10. (A) zeigt fünf kugelförmige UAP, aufgenommen von einem militärischen UAV mittels Wärmebild in der ukrainischen Kriegszone (links); die Objekte sind im konventionellen visuellen Kameramodus unsichtbar (rechts).

Analysten führten für alle ausgewählten Beobachtungen räumliche Modellierungen und entsprechende mathematische Berechnungen durch, die es ihnen ermöglichten, Anomaliefaktoren zu bestimmen und zu systematisieren. Tabelle 2 fasst Daten zu diesen militärischen UAP-Beobachtungen in der Ukraine in den Jahren 2023–2024 zusammen.

Tabelle 2. Zusammenfassung der in der Ukraine vom Militär beobachteten UAP (2023–2024).
Tabelle 2: Zusammenfassung der in der Ukraine vom Militär beobachteten UAP (2023–2024).

Die Beobachtungsdaten aus militärischen UAP-Berichten in der Ukraine stimmen mit US-Berichten überein – beispielsweise hinsichtlich der durchschnittlichen Größe (1–4 m) und der vorherrschenden Form (kugelförmig).[18] Da diese UAP-Parameter aus einer objektiven Analyse von Video- und anderen technischen Materialien abgeleitet wurden, deutet die Ähnlichkeit der Eigenschaften unserer Ansicht nach darauf hin, dass UAP global verbreitet sind und möglicherweise eine gemeinsame Ursprungsquelle haben.

Während des Zweiten Weltkriegs beobachteten Piloten in den östlichen und anderen Kriegsschauplätzen wiederholt UAP, die ein Verhalten zeigten, das weit über die damaligen Luftfahrtfähigkeiten hinausging. Die begrenzte technische Ausstattung der Flugzeuge und Bodenstationen verhinderte jedoch die umfassende, detaillierte Erfassung dieser Phänomene. Heute bieten moderne technische Möglichkeiten das Potenzial, das Wissen über UAP zu erweitern und Fragen zu ihrer Rolle auf der Erde zu beantworten.

Schlussfolgerung

Aufgrund des Krieges in der Ukraine führen Zivilisten, Militärpersonal und Tausende technischer Systeme kontinuierlich groß angelegte Beobachtungen zur Erkennung von AOP durch. Dies hat die Beobachtung und Meldung unbekannter Objekte im Luftraum erhöht, von denen viele als natürlichen oder künstlichen Ursprungs bestimmt werden, wie feindliche Drohnen und andere Aufklärungs- und Angriffssysteme. Einige Objekte werden jedoch aufgrund ihrer anomalien Eigenschaften als UAP klassifiziert. Beispielsweise fliegen UAP oft in Gruppen und können in Wärmebildkameras sichtbar, in konventionellen Kameras jedoch unsichtbar sein.

Die Erkennung und Untersuchung von UAP sind sowohl Fragen der nationalen Sicherheit als auch Herausforderungen für die moderne Wissenschaft. Eine wirksame Zusammenarbeit aller Komponenten des nationalen Sicherheits- und zivilen Sektors ist entscheidend, um potenzielle Bedrohungen so schnell wie möglich zu erkennen, zu identifizieren und gegebenenfalls zu neutralisieren. Eine kohärente, koordinierte ASD-Überwachung reduziert Fehlidentifikationen und damit verbundene Verluste erheblich.

Eine zeitnahe, zuverlässige AOP-Identifizierung schützt Militärpersonal, verhindert Eigenbeschuss durch Fehlabschüsse, schont knappe Luftabwehrmunition und ermöglicht die Sammlung von UAP-Charakteristika für weitere wissenschaftliche Untersuchungen dieser potenziellen Bedrohungen und ihrer Technologien.

„Eine zeitnahe, zuverlässige AOP-Identifizierung schützt Militärpersonal, verhindert Eigenbeschuss durch Fehlabschüsse, schont knappe Luftabwehrmunition und ermöglicht die Sammlung von UAP-Charakteristika für weitere wissenschaftliche Untersuchungen dieser potenziellen Bedrohungen und ihrer Technologien.“

Die Sättigung des militärischen Einsatzumfelds mit Überwachungssystemen schafft neue Möglichkeiten zur Untersuchung von UAP. Technische Systeme spielen eine entscheidende Rolle bei der Beobachtung, Erkennung und Identifizierung von UAP, da sie objektive Daten liefern, die Wissensbasis über UAP erweitern und potenzielle Reverse Engineering-Prozesse unterstützen. Eine detaillierte Identifizierung hilft dabei, anthropogene und natürliche Objekte und Phänomene von tatsächlich anomalien zu unterscheiden. In Zukunft wird die Integration verschiedener Systeme zur Erweiterung ihrer Fähigkeiten, kombiniert mit fortgeschrittenen KI-Analysetools, wahrscheinlich eine multispektrale Echtzeiterkennung von UAP über weite Teile der Welt ermöglichen.

Die zunehmende Zahl militärischer UAP-Beobachtungen weltweit sowie das Problem „unbekannter Drohnen“ haben die Aufmerksamkeit erneut auf UAP als mögliche feindliche Aufklärungs- oder Angriffssysteme gelenkt; gleichzeitig sind die dabei gezeigten Technologien von erheblichem ingenieurwissenschaftlichem Interesse.[19] Schließlich stellt die Möglichkeit einer dritten, potenziell „nicht-menschlichen“ Präsenz im Laufe der Menschheitsgeschichte eine tiefgreifende Herausforderung für unser Verständnis der Welt dar, in der wir leben.

ÜBER DIE AUTOREN
Dr. Artem Bilyk ist außerordentlicher Professor am Defense Intelligence Research Institute in Kiew und Vorsitzender der Forschungsorganisation ZOND.
Dr. Kyrylo Nikolaiev ist außerordentlicher Professor am Defense Intelligence Research Institute in Kiew.

Anmerkungen
Die im Text ausgewiesenen Endnoten finden Sie im Originalartikel aufgelistet.

Lesen Sie HIER weitere Hintergründe zu weltweiten staatlichen UFO-Untersuchungen uvm.

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