Los Angeles (USA) – Neue Daten des Marsrovers „Perseverance“ liefern weitere Hinweise darauf, dass auf dem Roten Planeten einst Wasser floss – und zwar offenbar früher und länger als bislang angenommen. Forschende haben auch unter der Oberfläche des Jezero-Kraters Spuren eines uralten Flussdeltas entdeckt, das tief im Untergrund verborgen liegt. Die Entdeckung könnte die Chancen erhöhen, Spuren früheren Lebens auf dem Mars zu finden.

Copyright: NASA/JPL/UCLA/UiO/ETH Zürich
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Der etwa 45 Kilometer große Krater nahe dem Marsäquator entstand vor rund vier Milliarden Jahren durch einen Asteroideneinschlag und gilt seit Jahren als besonders vielversprechender Ort für die Suche nach fossilen Biosignaturen. Grund dafür sind geologische Strukturen, die auf frühere Wasseraktivität hindeuten – darunter karbonatreiche Ablagerungen, wie sie auf der Erde typischerweise in stabilen Gewässern wie Seen oder flachen Meeren entstehen.
Verborgene Strukturen im Untergrund
Wie das Team um Emily Cardarelli von der University of California in Los Angeles aktuell im Fachjournal „Science Advances“ (DOI: : 10.1126/sciadv.adz6095) berichtet, entdeckten sie mithilfe des Bodenradars RIMFAX gelang es dem Rover, bis in Tiefen von über 35 Metern vorzudringen – deutlich tiefer als frühere Untersuchungen. Auf der Grundlage von insgesamt 78 Messfahrten zwischen September 2023 und Februar 2024 rekonstruierten Forschende ein detailliertes Bild der unterirdischen Schichten.
Dabei stießen sie auf sogenannte Clinoformen – geneigte Sedimentschichten, die typisch für Flussdeltas sind. Solche Strukturen entstehen, wenn Flüsse Sedimente in stehende Gewässer wie Seen eintragen. Das nun entdeckte Delta entstand den Analysen zufolge vor etwa 3,7 bis 4,2 Milliarden Jahren und ist damit deutlich älter als das bisher bekannte, fächerförmige Delta an der Oberfläche des Kraters.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich unter der heutigen Landschaft ein weiteres, bislang unbekanntes Kapitel der Marsgeschichte verbirgt. Offenbar existierte an derselben Stelle bereits lange vor dem sichtbaren Delta ein aktives Flusssystem.
Längere Phase möglicher Bewohnbarkeit
Die Entdeckung hat weitreichende Konsequenzen für die Frage nach möglichem Leben auf dem Mars. Wenn sich die Ergebnisse bestätigen, könnte Wasser in der Region deutlich früher vorhanden gewesen sein als bisher angenommen – und damit auch die Zeitspanne, in der vor Ort lebensfreundliche Bedingungen herrschten.
Das unterirdische Delta deutet darauf hin, dass sich über einen längeren Zeitraum hinweg stabile Gewässer gebildet haben könnten. Solche Umgebungen gelten als besonders geeignet für die Entstehung und Erhaltung mikrobiellen Lebens. Zudem könnten Sedimente in Deltas organische Spuren über Milliarden Jahre konservieren.
Damit rückt der Jezero-Krater noch stärker in den Fokus der Astrobiologie. Die neuen Erkenntnisse erweitern nicht nur das Verständnis der geologischen Entwicklung des Mars, sondern liefern auch konkrete Anhaltspunkte dafür, wo zukünftige Missionen gezielt nach möglichen Biosignaturen suchen sollten.
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Recherchequelle: UCLA
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