Hycean-Planet K2-18b bleibt stumm: SETI-Forscher lauschen nach Technosignaturen

Geschrieben am 26.02.2026
von Andreas Müller

Mountain View (USA) – Der rund 124 Lichtjahre entfernte Exoplanet „K2-18b“ gilt seit einigen Jahren als einer der spannendsten Kandidaten für potenziell lebensfreundliche Welten. Nun haben Astronomen dort gezielt nach möglichen Radiosignalen einer technologischen Zivilisation gesucht. Das Ergebnis fällt nüchtern aus: Hinweise auf künstliche Übertragungen wurden mit dieser Suche nicht gefunden.

Künstlerische Darstellung des Mini-Neptuns K2-18b mit seinem Mutterstern und einem Begleitplaneten (Illu). Copyright: ESA/Hubble, M. Kornmesser, CC BY 4.0
Künstlerische Darstellung des Mini-Neptuns K2-18b mit seinem Mutterstern und einem Begleitplaneten (Illu).
Copyright: ESA/Hubble, M. Kornmesser, CC BY 4.0

Hycean-Kandidat im Fokus der Forschung

K2-18b befindet sich im Sternbild Löwe und umkreist einen roten Zwergstern in dessen habitabler Zone. Beobachtungen mit dem James Webb Space Telescope (JWST) hatten zuvor gezeigt, dass die Atmosphäre reich an Kohlendioxid und Methan ist. Deshalb wird der Planet häufig als möglicher „Hycean“-Kandidat diskutiert — also eine Welt mit globalem Ozean unter einer dichten wasserstoffreichen Atmosphäre (…GreWi berichtete).

Gerade diese Kombination macht das System auch für die Suche nach außerirdischer Intelligenz (Search for Extraterrestrial Intelligence, SETI) interessant. Entsprechend richteten SETI-Astronomen zwei der leistungsfähigsten Radioteleskope der Erde auf das System: das Karl G. Jansky Very Large Array in den USA und das südafrikanische MeerKAT. Eine derart koordinierte Beobachtung ist selten und ermöglicht besonders empfindliche Messungen. Über die Ergebnisse hat das Team um C. D. Tremblay vom SETI Institute aktuell voran via ArXiv.org berichtet.

Millionen Signale – aber kein Treffer

Die eigentliche Herausforderung lag weniger in der Beobachtung selbst als in der Auswertung der gewaltigen Datenmengen. Radioteleskope registrieren überwiegend Störsignale von der Erde (RFI). Deshalb nutzten die Forscher ausgefeilte Filter-Pipelines, um mögliche „Technosignaturen“ herauszufiltern.

Anhand mehrerer Prüfschritte konnten zunächst mehrere MIllionene potenzieller Treffer drastisch reduziert werden. Schlussendlich blieb sogar gar kein Signal mehr übrig, das als künstliche schmalbandige Radioemission interpretiert werden konnte.

Die Forscher betonen jedoch: Auch ein Nullresultat ist wissenschaftlich wertvoll. Die Analyse erlaubt nun obere Grenzwerte für mögliche Senderleistungen im K2-18-System. Sollte dort eine Zivilisation existieren, sendet sie jedenfalls nicht mit einer Stärke, die über etwa das Niveau des früheren Arecibo-Radars hinausgeht.

Wichtiger Test für zukünftige SETI-Suche

Besonders bedeutsam ist der methodische Fortschritt. Die Studie demonstriert, dass automatisierte Filterverfahren große Datenmengen effizient durchsuchen können — eine Voraussetzung für kommende Großprojekte.

Künftige Anlagen wie das Square Kilometre Array werden Datenströme liefern, die manuell praktisch nicht mehr zu bewältigen sind. Die jetzt getesteten Verfahren gelten daher als wichtiger Prototyp für die nächste Generation der Technosignatur-Suche.

Gleichzeitig mahnt das Ergebnis zur Einordnung: Auch wenn K2-18b astrobiologisch interessant bleibt, gibt es derzeit keinerlei Hinweis auf technologische Aktivität. Zudem könnten hypothetische Signale außerhalb der beobachteten Frequenzen liegen, zu schwach sein, in stark gestörten Bereichen verborgen bleiben oder gänzlich anderer Natur sein.

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Quelle: ArXiv.org

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