Forschungsgruppe zu UAPs an der Universität Lund

Geschrieben am 28.01.2026
von Andreas Müller

Lund (Schweden) – Eine neue Forschungsgruppe an der Universität Lund widmet sich zentralen Forschungsfragen um unidentifizierte Flugobjekte und anomale Phänomene (UFOs/UAPs).

Screenshot der Webseite der neuen Advanced Study Group „Anomalous Agenda“ an der  schwedischen Lund Universität.Copyright: www.pi.lu.se
Screenshot der Webseite der neuen Advanced Study Group „Anomalous Agenda“ an der schwedischen Lund Universität.
Copyright: www.pi.lu.se

Die Forschungsgruppe „Anomalous Agenda“ ist eine der sogenannten „Advanced Study Groups“ (ASG) am The Pufendorf Institute for Advanced Studies (PIAS) der Lunds Universitet. Das Institut bietet Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen der Universität Lund die Möglichkeit, gemeinsam zu arbeiten. Die Forschungsgruppen kommen am Institut auf Ad-hoc-Basis zusammen, um Forschungsfragen in einem sehr frühen Entwicklungsstadium zu bearbeiten.

Zum neuen Forschungsfeld erläutert die Webseite der ASG:

„Unidentifizierte Anomale Phänomene (UAP) faszinieren die Menschheit seit Jahrhunderten – von rätselhaften Lichtern am Himmel über Sensordaten bis hin zu Nahbegegnungen, die sich konventionellen Erklärungen entziehen. Solche Ereignisse stellen unser Verständnis von Natur, Technologie und letztlich auch unseren Platz im Universum infrage.

Trotz jahrzehntelanger Berichte von Zivilisten, Piloten, Regierungsvertretern und hochentwickelten Überwachungssystemen blieb die wissenschaftliche Erforschung von UAP – früher als UFOs bezeichnet – lange Zeit stark unterentwickelt. In jüngerer Zeit zeichnet sich jedoch ein Wendepunkt ab: Das wachsende Interesse von Regierungen und akademischen Institutionen signalisiert den Beginn einer ernsthaften Untersuchung und eines systematischen Wissensaufbaus jenseits etablierter Paradigmen. Berichtete Verhaltensweisen, physikalische Eigenschaften und Umweltsignaturen deuten auf Phänomene hin, die sich mit heutigen wissenschaftlichen Modellen oder bekannten technologischen Fähigkeiten nicht vollständig erklären lassen. Angesichts der Diskrepanz zwischen beobachteten Merkmalen und bekannten menschlichen Möglichkeiten sind verschiedene Hypothesen entstanden – darunter auch die Möglichkeit nicht-menschlicher oder außerirdischer Ursprünge.“

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Hierzu soll sich die ASG um den Industriedesigner Prof. Anders Warell und die Philosophin Dr. Melina Tsapos mit drei zentralen Forschungsfragen beschäftigen:

– Wie beeinflussen menschliche Wahrnehmung und kognitive Verzerrungen das, was wir beobachten und berichten?

– Warum wurde die UAP-Forschung über Jahrzehnte hinweg stigmatisiert und marginalisiert, und welche Folgen hatte dies für Wissenschaft und Gesellschaft?

– Wie lassen sich belastbare Methoden entwickeln, um Phänomene zu untersuchen, die inkonsistent, schwer fassbar oder gegenüber konventionellen Analyseansätzen resistent erscheinen?

„Diese Fragen gehen weit über die einfache Überlegung hinaus, ‚was da draußen ist‘. Sie loten die Grenzen menschlichen Wissens selbst aus. Durch die Untersuchung von Beobachtung, sozialem Kontext und Methodik will die ASG neue wissenschaftliche Horizonte eröffnen und sich einer der tiefgreifendsten ontologischen und existenziellen Fragen der Menschheit stellen: Sind wir die einzige fortgeschrittene, intelligente Spezies im Universum?“

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Quelle: Lund Universitet

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