Neue Datierung zeigt: Menschen erreichten Amerika 20.000 Jahre früher als gedacht

Geschrieben am 09.06.2021
von Andreas Müller

Lesezeit: ca. 2 Minuten Ames (USA) – In der Coxcatlan-Höhle nahe Tehuacan haben mexikanische und US-Archäologen Funde untersucht, die die Ankunft der ersten Menschen in Nordamerika erneut um rund 20.000 Jahre vordatieren. Wie das Team um Prof. Andrew Somerville von der Iowa State University aktuell im Fachjournal „Latin American Antiquity“ (DOI: 10.1017/laq.2021.26) berichten, haben sie die Tierknochenfunde aus den […]
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Ein aktuell neu datierter Hasenknochen aus der Coxcatlan-Höhle. Copyright: Andrew Somerville

Ein aktuell neu datierter Hasenknochen aus der Coxcatlan-Höhle.

Copyright: Andrew Somerville

Ames (USA) – In der Coxcatlan-Höhle nahe Tehuacan haben mexikanische und US-Archäologen Funde untersucht, die die Ankunft der ersten Menschen in Nordamerika erneut um rund 20.000 Jahre vordatieren.

Wie das Team um Prof. Andrew Somerville von der Iowa State University aktuell im Fachjournal „Latin American Antiquity“ (DOI: 10.1017/laq.2021.26) berichten, haben sie die Tierknochenfunde aus den tiefsten Schichten des Höhlenbodens erstmals mittels Radiokarbondatierung datiert und zu ihrem eigenen Erstaunen festgestellt, dass diese zwischen 33.448 und 28.279 Jahre alt und somit um bis zu 20.000 Jahre älter sind als die derzeitig vorherrschende Lehrmeinung. Diese datiert die Ankunft der ersten Menschen vor rund 13.000 Jahren, als Menschen über die damals vergletscherte Beringstraße den nordamerikanischen Kontinent erreicht haben sollen.

„Dieses hohe Alter hat uns selbst sehr überrascht. Aber es bedeutet, dass wir uns nun erneut die Funde menschlicher Artefakte aus den gleichen Schichten noch einmal viel genauer anschauen müssen“, erläutert Somerville.

Frühere Datierungen beruhten auf Kohle- und Pflanzenproben. Die neuen Analysen der Tierknochen seien aber sehr viel geeigneter für eine Altersbestimmung. Dennoch geben es auch noch einige offenen Fragen. Besonders müsse noch bestätigt werden, dass e seine Verbindung zwischen den ehemals in der Höhle lebenden Menschen und den Funden aus den untersten Schichten gibt, in denen jenen Tierknochen gefunden wurden, die nun auf die hohen Alter bestimmt werden konnten.

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Hierzu wollen die Forschenden die Knochen nun auch ganz genau nach möglichen Spuren menschlicher Eingriffe in Folge möglichen Schlachtens oder der Erhitzung durch Zubereitung am und im Feuer untersuchen. Auch mögliche Funde früher Steinwerkzeuge könnten Schlüsselinformationen hierzu liefern.

“Eine Vordatierung der Ankunft der ersten Menschen in Nordamerika um 20.000 auf vor rund 30.000 Jahre würde bedeuten, dass Menschen schon vor Hochphase der letzten Eiszeit Nordamerika erreicht hätten“, erklärt Somerville. „Große Teile Nordamerikas waren damals für Menschen absolut unwirtlich und die Gletscher hätten jegliche Landpassage von Alaska und Kanada blockiert. Das würde wiederum bedeuten, dass diese Menschen mit Booten über den Seeweg über die Pazifikküsten gekommen sein müssten.“







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Quelle: Iowa State University

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