Doch keine „irdischen Aliens“? Bärtierchen überstehen nur Einschlagsgeschwindigkeiten bis 825 Metern pro Sekunde

Geschrieben am 25.05.2021
von Andreas Müller

Lesezeit: ca. 2 Minuten Canterbury (Großbritannien) – Die mikroskopisch kleinen „Bärtierchen“ (Tardigraden) gehören zu den extremsten Überlebenskünstlern komplexen irdischen Lebens, können sie doch extreme irdische Umweltbedingungen bis hin zum strahlenbelasteten Weltraumvakuum überstehen. In einer neuen Studie zeigen zwei Astrobiologen, dass die auch schon als „irdische Aliens“ beschriebenen mikroskopischen Achtbeiner sogar Einschläge mit Geschwindigkeiten von bis zu 825 Metern pro […]
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Elektronenmikroskop-Aufnahme eines aktiven Bärtierchens. Copyright/Quelle: PLoS ONE 7(9): e45682. doi:10.1371/journal.pone.0045682

Elektronenmikroskop-Aufnahme eines aktiven Bärtierchens.

Copyright/Quelle: PLoS ONE 7(9): e45682. doi:10.1371/journal.pone.0045682

Canterbury (Großbritannien) – Die mikroskopisch kleinen „Bärtierchen“ (Tardigraden) gehören zu den extremsten Überlebenskünstlern komplexen irdischen Lebens, können sie doch extreme irdische Umweltbedingungen bis hin zum strahlenbelasteten Weltraumvakuum überstehen. In einer neuen Studie zeigen zwei Astrobiologen, dass die auch schon als „irdische Aliens“ beschriebenen mikroskopischen Achtbeiner sogar Einschläge mit Geschwindigkeiten von bis zu 825 Metern pro Sekunde überdauern können. Für eine unbeschadete Huckepack-Reise mit einem Asteroiden oder Meteoriten zwischen verschiedenen Welten reicht das aber vermutlich nicht aus.

Zu den beeindruckenden Überlebensstrategien der nur 0,1 Zentimeter großen Bärtierchen gehört es unter anderem, in einer Art Dauerschlaf fast gänzlich auszutrocknen und so Jahrzehnte überdauern zu können. Entsprechend lang können sie denn auch ohne Sauerstoff und Flüssigkeit auskommen und immensen Druckverhältnissen sogar kochendem Wasser widerstehen. Auf diese Weise können (Tardigraden) gehören nicht nur an den trockensten und sonnigsten Ort auf der Erde, sondern auch vor intensiver UV-Strahlung ungeschützt im All, etwa an der Bordaußenseite der Internationalen Raumstation (ISS) existieren und überdauern.

Wie Alejandra Traspas und Mark J. Burchell von der University of Kent aktuell im Fachjournal Astrobiology“ (DOI: 10.1089/ast.2020.2405) berichten, haben sie in Versuchen Bärtierchen im „Winterschlaf“ in wassergefüllten Projektilen mit unterschiedlich hohen Geschwindigkeiten in einen Test-Sandkasten gefeuert.

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Wie sich zeigte, überlebten die Bärtierchen diese Versuche unbeschadet bis zu Geschwindigkeiten von 825 Metern pro Sekunden. Darüber hinaus wurden auch die (Tardigraden) gehören von den entstehenden Druckverhältnissen zerrissen.

Das Autorenduo schlussfolgert, dass Bärtierchen also Einschläge von Asteroiden nicht überstehen würden und widersprechen damit die Hypothese, dass sie auf diese Weise bereits auf andere Himmelskörper oder gar auf diesem Wege selbst auf die Erde gelangt sein könnten, da bei deren Einschlägen meist deutlich höherer Einschlagsgeschwindigkeiten entstehen. Den Beinamen „irdische Aliens“ könnten die Bärtierchen also vielleicht zu Unrecht tragen.







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Recherchequellen: Astrobiology

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