Yowie – Zeigen neuentdeckte Felszeichnungen den australischen Bigfoot?

Geschrieben am 02.10.2020
von Andreas Müller

Lesezeit: ca. 3 Minuten Brisbane (Australien) – Im australischen Arnhemland, einem Siedlungsgebiet der Aborigines im Northern Territory haben Archäologen hunderte bislang unbekannter Felszeichnungen der australischen Ureinwohner dokumentiert. Neben Darstellungen von Menschen und Tieren der australischen Fauna zeigen einige Abbildungen auch mystische Wesen – darunter möglicherweise auch Darstellungen des Yowies, der australischen Variante der sonst als Bigfoot, Sasquatch oder Yeti […]
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Ein Beispiel einer komplexen Maliwawa-Bilderszene mit menschlichen und Tierdarstellungen. Copyright/Quelle: P. Taçon et al., Australian Archaeology, 2020

Ein Beispiel einer komplexen Maliwawa-Bilderszene mit menschlichen und Tierdarstellungen.

Copyright/Quelle: P. Taçon et al., Australian Archaeology, 2020

Brisbane (Australien) – Im australischen Arnhemland, einem Siedlungsgebiet der Aborigines im Northern Territory haben Archäologen hunderte bislang unbekannter Felszeichnungen der australischen Ureinwohner dokumentiert. Neben Darstellungen von Menschen und Tieren der australischen Fauna zeigen einige Abbildungen auch mystische Wesen – darunter möglicherweise auch Darstellungen des Yowies, der australischen Variante der sonst als Bigfoot, Sasquatch oder Yeti bekannten Kryptiden.

Im Fachjournal „Australian Archaeology” (DOI: 10.1080/03122417.2020.1818361) beschreibt das Team um Prof. Professor Paul Taçon von der Griffith University die Entdeckungen, darunter 572 bislang nicht dokumentierte Darstellungen an 87 Orten, die die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf Alter von 6.000-9.400 Jahren datieren und bei Forschungsarbeiten zwischen 2008 und 2018 entdeckt haben.

Linienumsetzung der obigen Maliwawa-Szene. Copyright/Quelle: P. Taçon et al., Australian Archaeology, 2020

Linienumsetzung der obigen Maliwawa-Szene.

Copyright/Quelle: P. Taçon et al., Australian Archaeology, 2020

Die sogenannten Maliwawa-Abbildungen zeigen teils lebensgroße naturalistische Darstellungen von Menschen – teilweise mit exotisch anmutenden Kopfschmuck – und Kängurus und anderen Beuteltieren wie sogenannten Bilbies.

Professor Taçon bezeichnet die Funde als wichtiges Bindeglied zwischen den bereits bekannten frühen „dynamischen Figuren“ von vor rund 12.000 Jahren und Darstellungen der vergangen 4.000 Jahre: „Die Maliwawas zeigen einzelne Figuren und Gruppenszenen mit unterschiedlichen Aktivitäten, von denen einige einen zeremoniellen Kontext haben dürften“, so der Archäologe. „Menschen werden meist gemeinsam mit Tieren dargestellt, besonders mit Kängurus. Diese Mensch-Tier-Beziehungen scheinen für die Künstler von zentraler Bedeutung gewesen zu sein.“ Zudem stellen die Forscher heraus, dass die Darstellungen nicht einfach nur gewöhnliche Alltagsszenen zeigen: „Die Künstler kommunizieren ganz eindeutig Aspekte ihres kulturellen Glaubens und heben wichtige Interaktionen zwischen Menschen und Tieren dar. Einige der abgebildeten Tiere scheinen geradezu an menschlichen Aktivitäten teilzuhaben oder diese zumindest zu beobachten. Die Vielfalt der dargestellten Kopfschmucke legt zudem eine zeremoniell-rituellen Kontext nahe.“

Ausschnitt eines weiteren Maliwawa-Wandbildes. Copyright/Quelle: P. Taçon et al., Australian Archaeology, 2020

Ausschnitt eines weiteren Maliwawa-Wandbildes.

Copyright/Quelle: P. Taçon et al., Australian Archaeology, 2020

Zwar werden diese in der Studie selbst nicht als solche hervorgehoben, doch fallen aus anomalistisch- grenzwissenschaftlicher Perspektive die Darstellungen stark behaarter menschlicher Figuren auf, die unweigerlich an die australische Variante von Bigfoot, Yeti & Co – den sogenannten Yowie – denken lassen.

Hintergrund

Im aktuelle Fachartikel wird diese Darstellung einer stark behaarten humanoiden Figur lediglich als „unbestimmter Mensch“ bezeichnet. Kryptozoologen dürften darin unweigerlich Bezüge zu den Legenden rund um den australischen Bogfoot, den sogenannten Yowie, erkennen. Copyright/Quelle: P. Taçon et al., Australian Archaeology, 2020

Im aktuelle Fachartikel wird diese Darstellung einer stark behaarten humanoiden Figur lediglich als „unbestimmter Mensch“ bezeichnet. Kryptozoologen dürften darin unweigerlich Bezüge zu den Legenden rund um den australischen Bogfoot, den sogenannten Yowie, erkennen.

Copyright/Quelle: P. Taçon et al., Australian Archaeology, 2020

Erzählungen über den Yowie – einige Forscher sehen eine ähnliche Sagengestalt der Aborigines, den sog. Yahoo, als Vorbild – sind in der Folklore der im Osten Australiens beheimateten Aborigines weit verbreitet. Während einige Erzählungen den Yowie als Naturgeist beschrieben, wird er von anderen als großes, am ganzen Körper dicht behaartes, aufrechtgehendes physisches Wesen mit großen Füßen beschrieben. Neben einer Größe von angeblich bis zu drei Metern, sollen Yowies besonders unangenehm riechen. Gegenüber Menschen werden sie vermehrt als aggressiv beschrieben.

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Während sich die traditionellen Schilderungen von Yowies in den Sagen, Mythen und Legenden der Aborigines finden, beginnen die ersten modernen Schilderungen bereits in der Kolonialzeit Australiens und Sichtungen des „australischen Bigfoot“ dauern bis heute an. Die tatsächliche Existenz des Yowie gilt aber auch unter Kryptozoologen – Forschern, die nach bereits als ausgestorben geltenden oder wissenschaftlich noch unbekannten Tieren suchen – als umstritten. So zeigt sich der Sasquatch-Experte Dr. Jeffrey Meldrum, selbst Anatomie- und Anthropologie-Professor an der Idaho State University angesichts der Beweislage für den Yowie und der Frage darüber, um was genau es sich bei dem Wesen überhaupt handeln soll, eher kritisch:

„Im Gegensatz zum nordamerikanischen Sasquatch (Bigfoot) ist die Beweislage, etwa anhand von dokumentierten und analysierten Fußabdrücken, angesichts des Yowies weniger fundiert und es gibt zudem sehr viel Fälle von Schwindel. Auch die Schilderungen dessen, was der Yowie sein soll und wie er aussieht, sind sehr variabel. Es fehlt ein konsistentes Bild. Sollte der Yowie existieren, könnte es sich um letzte Exemplare von Hominae handeln, etwa des Homo erectus oder oder heidelbergensis, vielleicht aber auch um eine noch unbekannte evolutionär konvergente affenartige Beuteltiervariante. Aber wie gesagt, die Beweislage ist hier sehr unsicher.“







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Quelle: Taylor & Francis

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