Ausstellung: „Drachen – Mythos und Wirklichkeit“ im Hessischen Landesmuseum

Geschrieben am 05.10.2026
von Andreas Müller

Darmstadt (Deutschland) – Vom 2. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027 widmet sich das Hessische Landesmuseum in Darmstadt mit der Sonderausstellung „Drachen – Mythos und Wirklichkeit“ der Frage, wie es weltweit zur Entstehung des Mythos von Drachen kam. Eine ebenso interdisziplinäre wie multikulturelle Retrospektive.

Blick in die Ausstellung »Drachen – Mythos und Wirklichkeit«
Copyright/Quelle: L. Breidert © Hessisches Landesmuseum Darmstadt

„Drachen beflügeln die Fantasie des Menschen seit Jahrtausenden. Die faszinierenden Fabelwesen gehören zum festen Repertoire großer Geschichten – von antiken Mythen bis zu Serienhighlights unserer Gegenwart“, so die Einführung der Pressemeldung zur Ausstellung.

Doch während Drachen weltweit vorkommen, werden ihnen je nach kulturellem Kontext ganz unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben: „In den europäischen Kulturen erscheinen sie als bedrohliche Wesen, welche die Eigenschaften von Schlangen und Raubtieren kombinieren. In China, Korea und Japan ist der Drache hingegen mehrheitlich positiv konnotiert und hält als kosmische Kraft die Natur im Gleichgewicht.

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Während in der ostasiatischen Mythologie vornehmlich göttliche Himmelsdrachen auftreten, begegnet uns der Drache in der Antike vor allem bei den Heldentaten von Herkules. Das Schreckensbild des feuerspeienden Untiers bildet sich in Europa jedoch erst in der Kunst des Mittelalters heraus. Hier wird der Drache zum Symbol des Bösen, das durch das Gute überwunden wird – wie es sich exemplarisch in der Ikonografie des Drachentöters wiederfindet.“

Drachen gab es noch bis in die Neuzeit

Tatsächlich wurden Drachen noch bis in die Neuzeit auch in Europa als zumindest einst real existierende Tiere bzw. Wesen angesehen – Beweise dafür sah man etwa in Fossilienfunden, nicht nur von Dinosauriern, sondern auch – wie etwa im 14. Jahrhundert im österreichischen Klagenfurt, wo ein solcher Fund die Gründungssage der Stadt zu bestätigen schien – von Schädeln des Wollhaarnashorns, wie sie die Ausstellung zeigen. Dieses Bild wandelte sich erst mit dem Aufkommen und der zunehmenden Verbreitung und Akzeptanz der modernen Naturwissenschaft. Drachen wurden aus der Systematik der Zoologie ausgeschlossen und zu Fabelwesen erklärt. „Dennoch erscheinen sie heute durch die aktuelle Fantasy-Kultur, wie z.B. die Romane von J. R. R. Tolkien oder die zahlreichen anderen Bücher, Filme, Comics und Spiele lebendiger als je zuvor“ – auch dieser Aspekt spiegelt sich in der Ausstellung.

Die interdisziplinäre Schau entstand in Kooperation mit dem Museum Schnütgen und dem Museum für Ostasiatische Kunst in Köln und beleuchtet Drachen sowohl aus kunsthistorischer als auch naturwissenschaftlicher Perspektive. Sie präsentiert herausragende europäische und ostasiatische Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart, und zeigt naturwissenschaftliche Exponate wie seltene Dokumente der Wissenschaftsgeschichte, jahrmillionenalte Fossilien oder Tierpräparate. Ergänzt wird dieses vielfältige Panorama mit digitalen Inhalten, einem Erzählstrang für Kinder, einer Leseecke und Zeichenwand sowie stimmungsvollen Installationen. So können Jung und Alt entdecken, wie viel Wirklichkeit in dem jahrtausendealten Mythos „Drachen“ steckt.

– Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie HIER

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Recherchequelle: HLMD

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