Puli (Taiwan) – Wie viele andere Behauptungen auch erfreut sich die These von einem „Gedächtnis des Wassers“ in der Grenzwissenschaft, Esoterik und Alternativmedizin großer Beliebtheit. Während Befürworter dieser Theorie die Meinung vertreten, man könne das kühle Nass gezielt „energetisieren“ und „informieren“, lehnen Skeptiker diese Annahme mit Verweis darauf ab, dass Wasserstoffbrücken nur für rund 50 Femtosekunden bestehen würden. Eine neuere Studie, an der u. a. der bekannte Parapsychologe Dean Radin beteiligt war, kommt nun zu dem Schluss, dass entgegen der Aussagen von Kritikern H2O doch über eine Art Erinnerungsvermögen verfügen könnte.
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Bereits in einer früheren Studie aus dem Jahr 2025 mit dem Titel „Effects of intentionally-treated water on cell migration of human glioblastoma cells“ (Explore, Vol 21, Issue 1) untersuchte Radin zusammen mit Chang-Tze Ricky Yu und Chen-Yu Chu vom Department of Applied Chemistry an der National Chi Nan University in Taiwan und Prof. Yung-Jong Shiah von der National Kaohsiung University in Taiwan den Einfluss von Wasser, das von drei buddhistischen Mönchen im meditativen Zustand gezielt beeinflusst wurde, auf die Zellmigration der Glioblastom-Zelllinie U87MG. Das Glioblastom ist der häufigste primäre bösartige Hirntumor bei Erwachsenen. Zellmigration wiederum ist die gerichtete Bewegung von Zellen von einem Ort zu einem anderen. Sie ist beim Glioblastom von großer Bedeutung, da die Tumorzellen stark in das umliegende Hirngewebe einwandern und stellt daher eine Voraussetzung dafür dar, dass sich ein Glioblastom im Gehirn ausbreitet.
Beim Versuch aus dem Jahr 2025 wurden 20 Glasflaschen mit Wasser aufgefüllt. Eine Verumgruppe wurde von den Mönchen gezielt stimuliert, während die andere Gruppe der Flaschen als unbehandelte Kontrollgruppe diente. Die Mönche richteten ihre Intention darauf, dass Krebszellen, die dieses Wasser aufnehmen, ihre malignen Eigenschaften verringern oder positive Veränderungen erfahren sollten. Um eine Beeinflussung der Kontrollgruppe auszuschließen, wurde die Intention ausdrücklich auf die Wasserflaschen der Versuchsgruppe beschränkt. Das verblüffende Ergebnis: Unter Doppelblindbedingungen zeigte sich, dass in gezielt mental behandeltem Wasser kultivierte U87MG-Zellen eine geringere Migrationsaktivität aufwiesen.
Neue Studie stützt vorige Ergebnisse
Die aktuell im Fachjournal „Explore“ (DOI: 10.1016/j.explore.2026.103454) veröffentlichte Studie von Yu et. al. (wieder unter Mitwirkung von Radin) mit dem Titel „Intention-treated water inhibits migration of human glioblastoma cells via downregulation of motility-associated proteins“ stellt nun eine doppelblinde und kontrollierte Replikationsstudie dar, in der die Resultate der 2025er-Studie repliziert werden konnten. Zusätzlich wollten die Forscher den zugrundeliegenden molekularen Mechanismus finden, der es dem intentional behandelten Wasser ermöglicht, die Migration der Zelllinie U-87MG zu reduzieren. Wie in der Studie zuvor ließ man auch hier Mönche der Bliss Wisdom Buddhist Foundation in Taiwan ihre positive Intention auf mit Wasser gefüllte Flaschen richten.
Im Unterschied zur ersten Studie wurde in der vorliegenden ein Transwell-Assay, also ein Laborverfahren zur Untersuchung der Zellmigration, verwendet, um die Zellmigration zu quantifizieren. In der aktuellen Studie zeigte sich erneut eine signifikant verringerte Zellmigration durch das intentional behandelte Wasser der Mönche im Vergleich zu der unbehandelten Kontrollgruppe mit einem p-Wert von p < 0,002. Yu und Kollegen spekulieren über die Gründe dafür und führen u.a. an, dass diese Reduktion dadurch zustande kommt, dass durch das Wasser das sog. Aktin-Zytoskelett-Regulationssystem beeinflusst wird. Dieses Zytoskelett ist das innere Stütz- und Bewegungssystem einer Zelle. Aktin-Filamente ermöglichen unter anderem Zellformänderungen, Fortbewegung und das Ausbilden von Zellfortsätzen.
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Recherchequelle: Explore
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