UFO-Forschung in Yale und an der französischen Nationalversammlung

Geschrieben am 19.05.2026
von Andreas Müller

Jahrzehntelang wurde die Erforschung unidentifizierter Flugobjekte und anomaler Phänomene (UFOs/UAP) als Pseudowissenschaft abgetan. Inzwischen wächst jedoch auch innerhalb etablierter wissenschaftlicher und politischer Institutionen das Interesse am Thema. Jetzt widmen man sich auch an der renommierten US-Elite-Universität Yale und an der französischen Nationalversammlung dem Thema.

Symbolbild: Die Signet der neugegründeten „Yale Student UFO Society“ (l.) und der franz. Nationalversammlung.

An der US-Elite-Universität wurde kürzlich die „Yale Student UFO Society“ gegründet. Die studentische Forschungsgruppe will nach eigener Aussage „durch gründliche Untersuchungen und die Förderung eines verantwortungsvollen Dialogs zur Forschung rund um das UAP-Rätsel beitragen“. Zugleich wolle man einen offenen Raum schaffen, „in dem Menschen die Geheimnisse unidentifizierter Flugobjekte diskutieren können“.

Bislang steht die Mitgliedschaft allerdings nur aktuellen und ehemaligen Studierenden der Yale University offen. Laut eigener Webseite verfügt die Gruppe bereits über ein Leitungskomitee, 244 Mitglieder und plant zahlreiche Veranstaltungen.

UFO-Kolloquium am französischen Unterhaus

In Frankreich existiert dagegen bereits seit Mitte der 1970er Jahre mit der Groupe d’études et d’informations sur les phénomènes aérospatiaux non identifiés“ (GEIPAN; Studiengruppe für Informationen über nicht identifizierte Luft- und Raumfahrtphänomene) eine offizielle Stelle zur Untersuchung von UFO-Sichtungen. Die Organisation ist dem Centre national d’études spatiales (CNES), dem französischen Zentrum für Raumfahrtstudien, unterstellt.

Gemeinsam mit der GEIPAN will der französische Abgeordnete Arnaud Saint-Martin (Seine-et-Marne) am 29. Juni 2026 in der altehrwürdigen Assemblée nationale ein Kolloquium mit dem Titel „Forschung über nicht identifizierte Luft- und Raumfahrtphänomene jenseits der Fantasien“ („la recherche sur les phénomènes aérospatiaux non identifiés au-delà des fantasmes“) veranstalten. Auslöser dafür sei die Veröffentlichung der US-UFO-Akten vom 8. Mai 2026 gewesen (…GreWi berichtete 1, 2).

„Warum veröffentlicht das Pentagon geheime Dokumente über UFOs und was sagen sie? Wir werden vernünftig Bilanz ziehen“, erklärte Saint-Martin in einem Posting.

Saint-Martin selbst ist Mitglied des Ausschusses für nationale Verteidigung und Streitkräfte, sowie Vizepräsident der Studiengruppe für Luftfahrt und Raumfahrt. Der Abgeordnete der linken Partei La France Insoumise kündigte zudem an, die Veranstaltung gemeinsam mit seinem Kollegen Pierre Henriet, mit dem er gemeinsam dem parlamentarischen Beratungsgremiums Office parlementaire d’évaluation des choix scientifiques et technologiques“ (OPECST) angehört.

Vergleichbar mit den „Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestags“ besteht der gesetzliche Auftrag des OPECST darin, „das Parlament über die Auswirkungen wissenschaftlicher und technologischer Entscheidungen zu informieren, insbesondere mit dem Ziel, seine Entscheidungen zu unterstützen“. Damit soll dem Parlament das notwendige Fachwissen für langfristige politische Entscheidungen zur Verfügung gestellt werden.

Weiter erklärte Saint-Martin, es handle sich seines Wissens nach um das „erste Kolloquium dieser Art in der Geschichte des französischen Parlaments – mit zugelassenen Experten und Fachleuten“. Welche Experten eingeladen werden und ob die Veranstaltung öffentlich zugänglich sein wird, ist bislang noch unklar. Aufgrund der begrenzten Kapazität von rund 250 Plätzen soll eine Anmeldung zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein.

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