Studie identifiziert die 45 vielversprechendsten Exoplaneten für außerirdisches Leben

Geschrieben am 26.03.2026
von Andreas Müller

New York (USA) – Ein internationales Forschungsteam hat aus mehr als 6.000 bekannten Exoplaneten jene 45 Welten herausgefiltert, die die besten Voraussetzungen für Leben, ähnlich jenem auf der Erde, bieten könnten.

Das Diagramm zeigt die Grenzen der habitablen Zone für verschiedene Sterntypen sowie darin befindliche felsige Exoplaneten. Die Lage dieser Zone verschiebt sich je nach Sternfarbe, da unterschiedliche Wellenlängen die Atmosphäre eines Planeten unterschiedlich stark erwärmen.
Quelle: Bohl et al. (2026), Gillis Lowry / Pablo Carlos Budassi (CC BY 4.0)

Wie das Team um Abigail Bohl von der Cornell University und Lisa Kaltenegger vom Carl Sagan Institute aktuell im Fachjournal „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (DOI: 10.1093/mnras/stag028) berichtet, bildeten unter anderem Daten der ESA-Mission „Gaia“ sowie Archive der NASA die Grundlage der Analyse. Ziel war es, erdähnliche, felsige Planeten in der sogenannten habitablen Zone ihrer Sterne zu identifizieren – also in jenem Bereich, in dem Temperaturen flüssiges Wasser ermöglichen könnten.

Die besten Kandidaten im kosmischen Vergleich

Die Forschenden konzentrierten sich auf Planeten, die ihrer Sonne ähnlich viel Energie erhalten wie die Erde von der Sonne. Neben bekannten Kandidaten wie Proxima Centauri b, Planeten im TRAPPIST-1-System und „Kepler-186f“ finden sich auch bislang weniger bekannte Welten wie etwa „TOI-715 b“ auf der Liste.

Besonders interessant sind mehrere Planeten im TRAPPIST-1-System – konkret die Welten d, e, f und g. Diese befinden sich gerade einmal rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt und gelten – sofern sie über stabile Atmosphären verfügen – als potenziell lebensfreundlich. Ein weiterer vielversprechender Kandidat ist „LHS 1140 b“ in etwa 48 Lichtjahren Distanz.

Insgesamt identifizierte das Team zusätzlich 24 weitere Planeten, die sich in einer enger definierten, konservativeren habitablen Zone befinden. Diese berücksichtigt strengere Bedingungen, unter denen Planeten ihre Lebensfreundlichkeit behalten können.

Grenzen der Bewohnbarkeit im Fokus

Die Studie geht über eine bloße Liste hinaus: Sie soll helfen zu verstehen, wo genau die Grenzen der Bewohnbarkeit liegen. Seit den 1970er-Jahren wird die habitable Zone als Konzept genutzt, doch neue Daten zeigen, dass diese Grenzen komplexer sind als bisher angenommen.

So untersuchten die Forschenden auch Planeten an den inneren und äußeren Rändern dieser Zone. Einige Kandidaten befinden sich nahe an ihrem Stern und könnten zu heiß sein, andere liegen weit außen und sind möglicherweise zu kalt. Diese Grenzfälle sind besonders wertvoll, da sie Aufschluss darüber geben können, wann und warum ein Planet seine Lebensfreundlichkeit verliert.

Ein weiterer Faktor ist die Umlaufbahn: Planeten mit stark elliptischen Bahnen erleben große Temperaturschwankungen. Die Frage ist, ob solche Welten dennoch lebensfreundlich bleiben können oder ob stabile Bedingungen erforderlich sind.

Wegweiser für kommende Missionen

Die neue Liste dient vor allem als strategischer Leitfaden für zukünftige Beobachtungen. Denn selbst wenn ein Planet in der habitablen Zone liegt, bedeutet das nicht automatisch, dass er tatsächlich Leben beherbergt. Entscheidend ist unter anderem, ob er eine Atmosphäre besitzt – und das lässt sich nur durch gezielte Beobachtungen klären.

Hier kommen moderne und zukünftige Teleskope ins Spiel, darunter das James Webb Space Telescope, das bereits heute detaillierte Untersuchungen ermöglicht. Auch kommende Projekte wie das „Nancy Grace Roman Space Telescope“ oder das „Extremely Large Telescope“ (ELT) sollen die Suche weiter vorantreiben.

Besonders im Fokus stehen dabei Planeten wie „TRAPPIST-1 e“ und „TOI-715 b“, die aufgrund ihrer Nähe und Eigenschaften bereits mit heutigen oder bald verfügbaren Instrumenten untersucht werden können. Sterne vom Typ „Roter Zwerg“, um die viele dieser Planeten kreisen, erleichtern die Beobachtung, da ihre vergleichsweise geringe Helligkeit die Signale der Planeten deutlicher hervorhebt.

Schritt näher zur Antwort auf die große Frage

Die Studie zeigt, dass die Suche nach außerirdischem Leben zunehmend systematischer wird. Statt wahllos den Himmel abzusuchen, konzentrieren sich Forschende auf klar definierte Zielregionen.

Auch wenn bislang kein Beweis für Leben außerhalb der Erde vorliegt, markiert die Identifikation dieser 45 Welten einen wichtigen Schritt. Sie liefert konkrete Ziele für die nächste Generation astronomischer Beobachtungen – und bringt die Wissenschaft ein Stück näher an die Antwort auf eine der grundlegendsten Fragen überhaupt: Sind wir allein im Universum?

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Recherchequelle: The Royal Astronomical Society

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