Trump kündigt Inventarisierung und Freigabe von UFO-und Alien-Akten an

Geschrieben am 20.02.2026
von Andreas Müller

Washington (USA) – Nachdem der ehemalige US-Präsident Obama vor wenigen Tagen erklärt hatte, Aliens seien real und damit weltweit für mediales Interesse sorgte, war es nur eine Frage der Zeit, dass sich auch der amtierende Präsident Donald Trump dem Thema annehmen würde. Wie gewohnt via TruthSocial hat er dies nun getan und erklärt, er werde die Suche und Veröffentlichung dieser Akten veranlassen.

Symbolbild: Donald Trump (2024)
Copyright: Gage Skidmore (via WikimediaCommon) / CC BY-SA 2.0

Zuvor hatte Barack Obama in einer Schnellfragerunde in einem Podcast-Interview mit Brian Taylor Cohen auf dessen Frage, ob „Aliens real“ seien erklärt:

„Nun, sie sind real, aber ich habe keine gesehen und sie werden auch nicht in der Area 51 gefangen gehalten. Da gibt es keine Untergrundanlage. Es sei denn, es gäbe da eine riesige Verschwörung und sie werden vor dem Präsidenten der Vereinigten Staaten geheim gehalten.

Auf die Nachfrage Cohens, auf welche Frage er als Präsident zuallererst eine Antwort haben wollte, antwortet Obama mit dem ihm eigenen Humor: „Nun, wo sind die Aliens?“

Aufgrund des enormen Medieninteresses an dieser Aussage sah sich Obama nur kurze Zeit später jedoch zu einer Einordnung seines Statements veranlasst und erklärte am 16. Februar 2026 via Instagram:

„Ich habe versucht, mich an den Geist der Schnellfragerunde zu halten, aber da das Ganze Aufmerksamkeit erregt hat, möchte ich das klarstellen: Rein statistisch ist das Universum so gewaltig, dass die Chancen gut stehen, dass es irgendwo da draußen Leben gibt. Doch die Entfernungen zwischen den Sonnensystemen sind so enorm, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass wir von Außerirdischen besucht wurden. Und während meiner Präsidentschaft habe ich keinerlei Hinweise darauf gesehen, dass Außerirdische Kontakt mit uns aufgenommen hätten. Wirklich nicht!“ (…GreWi berichtete)

Trump mischt sich ein

An Bord des Präsidentenmaschine „Air Force One“ wurde dann am 19. Februar auch Donald Trump neben anderen aktuellen Themen auch auf die Alien-Aussagen Obamas angesprochen.

Auf die Frage eines Reporters „Haben Sie selbst jemals Beweise für nicht-menschliche Besucher auf der Erde gesehen?“ antwortete Trump:

„Nun, er [Obama] hat klassifizierte Informationen bekanntgebeben. Wissen Sie, das hätte er nicht tun tun dürfen.“

Auf die Rückfrage des Reporters: „Dann sind Aliens also real?“, führt Trump weiter aus:

„Nun, ich weiß nicht, ob sie real sind oder nicht. Aber, ich kann Ihnen sagen, dass er [Obama] klassifizierte Informationen rausgegeben hat und das sollte er nicht tun. Er hat einen großen Fehler gemacht. Er bezog [diese Information] aus klassifizierten Informationen. Ich selbst habe keine Meinung dazu und ich spreche auch nie darüber. Viele Menschen tun das aber und viele Menschen glauben es.“

Auf die Gegenfrage Trumps, ob der Reporter [Peter] daran glaube,, erwiderte dieser: „Nun, wenn der Präsident doch alles deklassifizieren kann, was er will, dann könnten Sie ihm [Obama] doch da raushelfen.“

Darauf Trump geschmeichelt:

„Ja, vielleicht kann ich ihm eine Menge Ärger ersparen und [diese Dinge] deklassifizieren. Wir werden sehen.“

Mit einem weiteren Wortspiel mit der englischen Doppeldeutighkeit des Wortes „Alien“ sowohl im Sinne von Außerirdischen als auch von Fremden/Ausländern, geht Trump dann zu einem anderen Thema über.

Nur kurze Zeit später machte Trump sein Anliegen dann, wie gewohnt über sein Online-Netzwerk „Truth Social“, sozusagen offiziell und erklärte dort:

„Wegen des enormen Interesses daran, werde ich den Kriegsminister [Pete Hegseth] und andere zuständige Ministerien und Behörden anweisen, damit zu beginnen, Regierungsakten zu Aliens und außerirdischem Leben, unidentifizierten Phänomenen im Luftraum (UAP) und unidentifizierten Flugobjekten (UFOs) diese und alle sonstigen Informationen zu diesen hochkomplexen, aber extrem interessanten und wichtigen Dingen zu identifizieren und freizugeben. Gott segne Amerika!

Trumps Truth-Posting vom 20.02.2026, 2:13 AM.
Quelle: TruthSocial

Hintergrund: UFO-Akten der USA

Wie bereits gewohnt, bleibt zunächst abzuwarten, ob und wann Trumps Ankündigungen auch Taten folgen. Einen Zeitplan für die Veröffentlichung der Akten nannte der US-Präsident zumindest bislang nicht.

Zumindest zeigen Trumps Aussagen aber, dass er selbst über die aktuellen Entwicklungen und bereits beschlossene Prozedere zur Veröffentlichung noch geheimer US-UFO-Akten offenbar nur bedingt informiert ist.

Denn tatsächlich gibt es bereits eine, noch unter seinem geschätzten Vorgänger Joe Biden ratifizierte Gesetzesanordnung im Rahmen des Verteidigungshaushaltsgesetzes, die nicht nur US-Behörden, -Ministerien und Geheimdienste dazu anhält, entsprechende Akten zu lokalisieren, sondern diese auch einer eigenen UFO-Akten-Sammlung, der UAP Record Collection an den Nationalarchiven der USA (National Archives) zur Überprüfung auf Freigabe zu überstellen.

Laut Gesetzesvorgabe heißt es hier schon, dass „alle Dokumente mit Bezug zu unidentifizierten anomalen Phänomenen, Technologien unbekannter Herkunft und nicht-menschlicher Intelligenz (oder alternativer Bezeichnungen dafür)“ beinhaltet sein sollen. Nach Vorbild der Kennedy Assassination Records Collection, soll es auch für die Veröffentlichung der UFO-Akten eine Frist von maximal 25 Jahren geben:

„Alle Dokumente, die älter als 25 Jahre sind, müssen offengelegt werden, es sei denn, der Präsident ist der Meinung, dass dadurch Schäden in den Bereichen Verteidigung, Geheimdienst oder Beziehungen zu anderen Ländern entstehen könnten. Die Schwere der Schäden muss dabei das öffentliche Interesse überwiegen.“

Mittlerweile haben die US-Nationalarchive diese Unidentified Anomalous Phenomena Records Collection (UAPRC) eingerichtet. Allerdings hinkt die angewiesene Überstellung entsprechender Akten dem anvisierten Zeitplan deutlich hinterher (…GreWi berichtete)

Umfangreiche US-UFO-Akten bereits veröffentlicht

Zudem können bereits buchstäblich Zigtausende US-UFO-Akten seit vielen Jahren über das US-Nationalarchiv eingesehen werden. Alleine die Akten der ersten systematischen Untersuchungen von UFO-Phänomenen durch die US Air Force, Project Blue Book, beinhalten “116.537 digital verfügbare Objekte”.

Zudem haben Geheimdienste und Ermittlungsbehörden wie FBI und CIA ebenfalls einige ihrer UFO-Akten online zugänglich gemacht.

UFO-Akten in Deutschland?

Während schon zuvor jahrzehntelang immer wieder bekundet wurde, dass sich deutsche Regierungen, Behörden und Ministerien nicht für UFOs interessieren, ergibt sich bei der Suche nach bundesdeutschen UFO-Akten ein ganz anderes Bild.

Wie der Sachbuchautor und GreWi-Hrsg. Andreas Müller 2021 in seinem Buch „Deutschlands UFO-Akten – Über den politischen Umgang mit dem UFO-Phänomen in Deutschland“ auf rund 500 Seiten und anhand von Originalakten verschiedener Ministerien, Behörden, Bundeswehr und den Geheimdiensten zeigt, gibt es auch in Deutschland zahlreiche offizielle UFO-Akten. Als erster Journalist konnte Müller beispielsweise die UFO-Akte des Bundesnachrichtendienstes (BND) einsehen und exklusiv veröffentlichen (…GreWi berichtete).

Diese zeigt, dass auch deutsche Behörden, Ministerien, Bundeswehr und des besagten Geheimdienstes ganz konkret an UFOs interessiert waren und Sichtungsmeldungen ihrer Beamten sammelten und auswerteten. Diese Akte finden sich unter dem Titel „DDR Grenzsperranlagen an der IDG [innerdeutsche Grenze] – UFO“ (B 206/1914 – Aktenzeichen 04-04-07) im Bundesarchiv Koblenz. Die Akte besteht aus 67 Seiten, die auf Mikrofilm (und mittlerweile in Kopie) vorliegen. Darin werden zahlreiche Vorfälle von Sichtungen „unbekannter Flugobjekte im Grenzgebiet der DDR“, deren Dokumentation, Untersuchungen und Schlussfolgerungen dargelegt. Die Inhalte decken einen Zeitraum vom 30. August 1983 bis 27. Oktober 1987 ab.

Die 67-seitige BND-Akte „UFO“ im Überblick. Copyright/Quelle: Bundesarchiv.de / Foto: A.Müller für grewi.de

Allerdings suchten der BND und die zuarbeitenden Behörden damals nicht nach außerirdischen Flugobjekten, sondern nach Spionageaktivitäten der DDR und des Warschauer Pakts. Entsprechend lassen sich die meisten in der BND-UFO-Akte dokumentierten Fälle mit bekannten damaligen Spionagetechnologien erklären, etwa durch Ballons, Flugzeuge, Helikopter bis hin zu Marschflugkörper-artigen ballistischen Aufklärungsdrohnen. Einige wenige Fälle bleiben jedoch auch mit heutigem Wissen ungeklärt.

GreWi-Dossier:
Über den politischen Umgang mit dem UFO-Phänomen in Deutschland

GreWi-EXKLUSIV: Sprecher des Generalinspekteurs der Bundeswehr kommentiert UFO-Fragen 21. Februar 2024

EU-Abgeordneter fordert EU-Meldeverfahren und Untersuchungsstelle für UFOs/UAP 14. Februar 2024

Warum erscheinen deutsche US-Stützpunkte nicht auf der UFO-Ortungskarte der US-UFO-Untersuchungsbehörde AARO? 6. Januar 2014

GreWi-EXKLUSIV: Deutsche Aufklärungsdrohnen haben noch keine UFOs detektiert 9. August 2023

GreWi EXKLUSIV: UFO-Forscher des Pentagons informieren erstmals „engste Verbündete“ – Deutschland weiterhin außen vor? 19. Juni 2023

Neue Informationen zu UFO-Untersuchungen und Positionen deutscher Ministerien und Behörden 7. März 2023

Nun Offiziell: Deutschland steht bei der Untersuchung von unidentifizierten Flugobjekten im „engen vertraulichen Austausch mit seinen Bündnispartnern“ 15. Februar 2023

Bundesverteidigungsministerin und Kollegen wurden offiziell nicht zu UFOs gebrieft 12. Januar 2023

Erste Schritte auf dem Weg zu Einrichtung einer offiziellen deutschen UAP-Forschungsstelle 13. Oktober 2022

GreWi EXKLUSIV: Deutsche Luftwaffe betätigt sich offiziell nicht an UAP-Untersuchungen des Pentagon 23. Oktober 2022

Nicht nur in Deutschland: Militär- und Zivilradar „blind“ für UFOs und UAP 31. Januar 2022

GreWi nachgefragt: Neue Bundesregierung – neue Position zu UFOs und UAP? 11. Januar 2022

Quelle: eigene Recherchen grenzwissenschaft-aktuell.de

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