US-Bundesstaat Vermont plant eigene UAP-Taskforce

Geschrieben am 16.01.2026
von Andreas Müller

Montpellier (USA) – Nachdem bereits New Jersey per Gesetz die Einrichtung eines staatlich finanzierten Forschungszentrums zu unidentifizierten Flugobjekten und anomalen Phänomenen beschlossen hat, sollen UFOs und UAPs nun auch im US-Bundesstaat Vermont von einer staatlichen Taskforce untersucht werden.

Der US-Bundesstaat Vermont.
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Eingebracht wurde der Gesetzentwurf (H.654) von dem demokratischen Abgerodneten Troy Headrick. Er sieht die Einrichtung einer eigenen staatlichen Taskforce für Unidentified Anomalous Phenomena (UAP) vor. Mit der Initiative schließt sich Vermont einer wachsenden Zahl von US-Bundesstaaten an, die unbekannte Flugobjekte nicht länger als Randphänomen betrachten, sondern als potenziell relevantes Thema für Luftfahrt-, Sicherheits- und Infrastrukturfragen.

Staatliche Taskforce soll UFOs untersuchen

Geht es nach dem Entwurf, so soll die „Vermont Airspace Safety and Unidentified Anomalous Phenomena Taskforce“, dem lokalen Department of Public Safety unterstellt sein. Die Taskforce soll UAP-Meldungen systematisch erfassen, bewerten und koordinieren – insbesondere im Hinblick auf Risiken für den zivilen und militärischen Flugverkehr sowie für die öffentliche Sicherheit. Damit würde erstmals auf Ebene des Bundesstaates eine formalisierte Struktur zur Bearbeitung solcher Vorfälle entstehen.

Nach dem aktuellen Entwurf soll ein Gremium aus zehn Mitgliedern aus den Behörden für öffentliche Sicherheit, Verkehr, der Nationalgarde von Vermont, der Kriminalpolizei, Vertreter des Flughafensystems sowie technische Fachleute aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Sensorik und Radartechnologie UAPs zukünftig untersuchen. Ziel sei eine ressortübergreifende Zusammenarbeit, die bislang bei UAP-Vorfällen häufig fehlte.

Externe UAP-Expertise

Ein zentrales Element des Gesetzes ist die Einbindung externer wissenschaftlicher Expertise. So soll die „Scientific Coalition for UAP Studies“ (SCU https://www.explorescu.org/) als primärer wissenschaftlicher Analyst fungieren. Die Organisation soll gemeldete Vorfälle mit etablierten technischen und naturwissenschaftlichen Methoden untersuchen und ihre Ergebnisse der Taskforce zur Verfügung stellen. Politische Bewertungen und öffentliche Kommunikation verbleiben jedoch ausdrücklich bei den staatlichen Stellen.

Auch Transparenz spielt in dem Gesetz eine zentrale Rolle: Die Taskforce wäre verpflichtet, mindestens einmal jährlich eine öffentliche Sitzung abzuhalten, eine frei zugängliche Website mit relevanten Informationen zu betreiben und bis zum 15. Dezember eines jeden Jahres einen Bericht an den Gouverneur sowie an mehrere parlamentarische Ausschüsse vorzulegen. Vertrauliche oder sicherheitsrelevante Inhalte sollen jedoch auch hier weiterhin ausgenommen bleiben.

Unterstützung erhält das Vorhaben von der US-Pilotenorganisation „Americans for Safe Aerospace“ (ASA), die sich seit Jahren für eine sachliche und sicherheitsorientierte Behandlung von UAP-Meldungen einsetzt. ASA-Gründer Ryan Graves, selbst ehemaliger US-Navy-Pilot und bekannter UAP-Zeuge betonte, dass es bei der Gesetzesinitiative ausdrücklich nicht um spekulative Annahmen gehe, sondern um belastbare Strukturen zur Bewertung von Luftraumvorfällen: „Unbekannte Objekte stellen für Piloten ein reales Sicherheitsrisiko dar und müssten entsprechend erfasst und analysiert werden.“

Der Vorstoß aus Vermont folgt zeitlich auf ähnliche Entwicklungen in anderen US-Bundesstaaten. Erst kürzlich hatte New Jersey ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem ein staatlich finanziertes UAP-Forschungszentrum vorsieht (…GreWi berichtete). Beobachter sehen darin einen Trend: Während es auf Bundesebene zwar gesetzliche Rahmenwerke und Anhörungen gebe, fehle es weiterhin an operativer Forschung, konsistenter Datenerhebung und klaren Zuständigkeiten. Die Bundesstaaten beginnen nun, diese Lücke selbst zu schließen.

Der Gesetzentwurf verweist zudem ausdrücklich auf den „UAP Disclosure Act“ von 2023, der auf Bundesebene neue Standards für Transparenz, Archivierung und Koordination geschaffen hat. Vermont reagiert damit auch auf konkrete Vorfälle im eigenen Bundesstaat, darunter Meldungen über niedrig fliegende, drohnenähnliche Objekte, die Polizeieinsätze auslösten und Fragen zur Zuständigkeit aufwarfen.

Die parlamentarische Beratung von H.654 beginnt im House Government Operations Committee. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte die Taskforce ihre Arbeit schon ab dem 1. Juli 2026 aufnehmen. Unabhängig vom Ausgang gilt der Vorstoß bereits jetzt als weiteres Indiz dafür, dass UAP in den USA zunehmend als reguläres sicherheitsrelevantes Phänomen behandelt werden – jenseits von Spekulationen über außerirdische Ursachen.

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Quelle: ASA, vermont.gov

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